Wenn Ihr Nahkampfsimulator nicht gesprächig genug ist, ist das britische Verteidigungsministerium (MoD) für Sie da. Das Verteidigungsministerium hat dem Kampftrainingsspezialisten 4GD einen Auftrag erteilt, das ChatGPT-Sprachmodell zu seinen SimStriker-Roboterzielen hinzuzufügen.

Mit der Entwicklung von Raketen, Drohnen, Robotern und Langstreckensensoren kann man sich leicht vorstellen, dass der moderne Soldat den ganzen Tag vor einem Bildschirm sitzt, ohne jemals persönlichen Kontakt mit dem Feind zu haben. Tatsächlich bringt die moderne Kriegsführung Infanterie und Spezialeinheiten in städtischen Umgebungen in engen Kontakt mit feindlichen Streitkräften.

Ein solcher Krieg erfordert eine hochintensive Berufsausbildung, da Soldaten oft in Sekundenbruchteilen Entscheidungen auf der Grundlage unvollständiger Informationen auf sehr unbekanntem und engem Raum treffen müssen. Dies bedeutet nicht nur, die Mission zu erfüllen, sondern auch die Sicherheit des Kampfteams zu gewährleisten und in der Lage zu sein, den Feind von Zivilisten und Geiseln sowie echte Opfer von Hinterhalten zu unterscheiden.

Diese Art von Training basiert auf dem Üben in verschiedenen Szenarien mit unterschiedlicher Wiedergabetreue, bis die Reaktion eher eine Frage des Reflexes und des Muskelgedächtnisses als eine bewusste Entscheidung wird. Das wiederum bedeutet, dass Übungsumgebungen teilweise sehr realistisch sein müssen.

SimStriker Zielroboter

Der SimStriker von 4GD, der sich seit 2020 in der Entwicklung befindet, ist ein System, das Sensoren und interaktive Ziele in einem Labyrinth aus Korridoren und Räumen installiert. Die Anlage wurde bisher von der 16 Air Assault Group der britischen Armee in Colchester sowie der Air Assault Group, der Polizei von Essex und der Polizei des Verteidigungsministeriums genutzt.

Während SimStriker-Ziele wie hochtechnologische Schneiderpuppen aussehen, sind sie motorisiert und mit Treffersensoren ausgestattet, die die Genauigkeit und Feuerrate der Soldaten im Kampf aufzeichnen. Darüber hinaus können sie Bewegungen, Licht und Geräusche erkennen. Sie können auch verbal reagieren, Alarm schlagen und mit nichttödlichen Waffen zurückfeuern.

Bisher ist alles sehr realistisch, aber das Verteidigungsministerium hofft, die Dinge noch realer zu machen, indem es das ChatGPT-System von OpenAI über den Defense and Security Accelerator (DASA) hinzufügt, um Zielen sogenannte „synthetische Gespräche“ mit Soldaten und ihrer Ausrüstung zu ermöglichen, beispielsweise über Social-Media-Feeds. Auf diese Weise können Schulungssitzungen abwechslungsreicher, dynamischer und intensiver gestaltet werden und den Schulungsleitern individuellere Szenarien geboten werden.

James Crowley, Director of Business Development bei 4GD, sagte: „Wir freuen uns sehr über diese neueste Entwicklungsstufe von SimStriker. Der Gewinn dieses Auftrags von DASA zeigt, dass 4GD gemeinsam mit unseren Industriepartnern unsere Lösungen weiterhin anpassen wird, um die besten Trainingsergebnisse zu erzielen. Das Flaggschiffprodukt SmartFacility von 4GD ist darauf ausgelegt, militärische Trainingssimulationen realistischer zu gestalten, und der Einsatz künstlicher Intelligenz verleiht urbanen Kriegsszenarien ein weiteres Maß an Realismus.“