Der neueste Bericht von Citrini Research, einem Marktforschungsunternehmen, zeigt, dass bis 2027 der LPDDR-Speicherbedarf von NVIDIAs Rubin-Plattform für künstliche Intelligenz der nächsten Generation auf einer einzigen Plattform die gemeinsame Nutzung von Apple und Samsung, den beiden Smartphone-Giganten, übersteigen wird. Das bedeutet, dass der Wettbewerb um Low-Power-DRAM im Server- und KI-Bereich die Smartphone-Branche völlig überwältigen wird und möglicherweise sogar Kettenreaktionen wie knappes Angebot und steigende Preise auslöst.

Der Bericht weist darauf hin, dass mit dem Aufkommen neuer Anwendungen wie Agentic AI (KI mit stärkeren Fähigkeiten zur autonomen Entscheidungsfindung) die Kernposition von DRAM in zukünftigen KI-Servern weiter gefestigt wird und Serverplattformen die Speicherkonfigurationen weiter erhöhen werden, um der ständig wachsenden Modellskala gerecht zu werden. Unter anderem wurde die LPDDR-Kapazität, die für Plattformen der neuen Generation wie NVIDIA Rubin und KI-orientierte Produkte wie AMD MI400 erforderlich ist, als „extrem erstaunlich“ beschrieben.

Citrini Research prognostiziert, dass die Rubin-KI-Plattform von Nvidia im Jahr 2027 voraussichtlich mehr als 60 Millionen GB LPDDR-Speicher verbrauchen wird. Im Smartphone-Lager hingegen dürfte Apple in diesem Jahr der größte Käufer von LPDDR bleiben, wobei seine iPhone-Serie voraussichtlich etwa 29,66 Millionen GB LPDDR-DRAM verbrauchen wird, gefolgt von Samsung mit einem Bedarf von etwa 27,24 Millionen GB. Das bedeutet, dass der gemeinsame LPDDR-Bedarf von Apple und Samsung mit etwa 57,2 Millionen GB immer noch etwas geringer ist als der Verbrauch der Rubin-Plattform allein, der etwa 6 % höher ist.

Aus technischer Sicht hat sich LPDDR aufgrund seiner hohen Kapazität, kompakten Verpackung und relativ geringen Leistungsaufnahme zur „Standardkonfiguration“ von KI-Servern entwickelt und eignet sich daher für den groß angelegten Einsatz in Racks und modularen Systemen mit hoher Dichte. Der aktuelle Fokus der Branche liegt auf den Standards LPDDR5 und LPDDR5X, und viele Speicherhersteller beschleunigen die Einführung von Lösungen mit großer Kapazität für die neue Generation von KI-Serverszenarien.

Beispielsweise hat Micron LPDDR5X SOCAMM2-Module mit Kapazitäten von bis zu 256 GB auf den Markt gebracht, die auf leistungsstarke KI- und Rechenzentrumsanwendungen abzielen. SK Hynix produziert in Massenproduktion LPDDR5X SOCAMM2-Module mit einer Kapazität von 192 GB für die NVIDIA Vera Rubin-Plattform und bietet Speicherunterstützung mit hoher Dichte und geringem Stromverbrauch für Rubin und verwandte KI-Architekturen. Insgesamt weisen diese Produkte auf einen Trend hin: Die Single-Node-Speicherkonfiguration von KI-Plattformen nimmt rasant zu und übersteigt die von herkömmlichen Servern und Verbraucherterminals bei weitem.

Im AMD-Lager unterstützen die CPUs der Verano-Serie für KI und die MI455X-Beschleunigerkarte für Helios-Racks auch LPDDR5X-Speicher und bieten so eine höhere Bandbreite und ein höheres Energieeffizienzverhältnis für ihre KI-Workloads. Ähnlich wie bei Nvidia hat der Aufstieg dieser Plattformen die Gesamtnachfrage nach LPDDR weiter erhöht und den Angebotsdruck auf die gesamte DRAM-Industriekette erhöht. Der Bericht wies darauf hin, dass große Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron „vollständig“ auf die neueste LPDDR-Technologie gesetzt haben und die Produktion weiter ausbauen, um der nächsten Runde explosiven Wachstums im KI-Ökosystem gerecht zu werden.

Gemessen an der aktuellen Produktionskapazität und dem Bautempo ist es jedoch für bestehende Fabriken schwierig, die explosionsartige Nachfrage in den nächsten Jahren vollständig zu decken, und neue Produktionslinien und neue Anlagen sind noch im Bau. Der Zeitunterschied zwischen angebotsseitiger Expansion und nachfrageseitiger Explosion bedeutet, dass das LPDDR-Angebot für einen bestimmten Zeitraum wahrscheinlich knapp bleiben wird und der Wettbewerb zwischen KI-Plattformen und Mobiltelefonherstellern immer härter werden wird. Insbesondere im High-End-LPDDR5X-Segment besteht ein offensichtlicher Konflikt zwischen den Konfigurationsanforderungen von KI-Servern und Flaggschiff-Smartphones.

Für die Smartphone-Branche kann der enorme LPDDR-Durchsatz durch KI-Server mehrere Auswirkungen haben, darunter ein begrenztes Produktangebot, steigende Kosten und passive Anpassungen der Speicherkonfigurationsstrategien für Modelle der mittleren bis oberen Preisklasse. Der Bericht geht davon aus, dass in einigen technischen Bereichen bereits ähnliche Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage aufgetreten sind, wie z. B. Preisschwankungen und Engpässe bei einigen Komponenten, und dass sie sich in Zukunft auf dem LPDDR-Markt noch verstärken könnten. Da KI-Hersteller den Einsatz von Plattformen der neuen Generation wie Rubin und MI400 beschleunigen, müssen Smartphone-Hersteller möglicherweise ein schwierigeres Gleichgewicht zwischen Kosten und Konfiguration finden.

Insgesamt verändert die „walartige“ Nachfrage von KI-Plattformen wie Rubin nach dem LPDDR-Markt den strukturellen Fokus der DRAM-Branche, von Smartphones als Hauptschwerpunkt hin zu einer schnellen Verlagerung hin zu KI-Servern und Rechenzentren als Kern. In dieser neuen Landschaft streben Speicherhersteller durch Produktionsausweitung und Technologie-Upgrades nach Voice, während KI- und Mobiltelefonhersteller um denselben Ressourcenpool konkurrieren. Die LPDDR-Versorgungssituation und die Preisentwicklung dürften in den nächsten Jahren vom Expansionstempo im KI-Bereich dominiert werden.