Vor kurzem löste Christopher Nolans neuer Film „The Odyssey“ im Internet eine Welle der Kritik aus, da es zu Kontroversen über die Besetzung und die kreative Ausrichtung kam. Unmittelbar danach veröffentlichte das Branchenmedium Variety einen Artikel, in dem es den Film verteidigte. Allerdings schien dieser „Säuberungsartikel“ mehr Zuschauer zu verärgern.
In einer diese Woche veröffentlichten Kolumne beschrieb die Autorin Marlo Stern die Kritik an „Die Odyssee“ als ein neues Schlachtfeld in Hollywoods „Kulturkriegen“. Der Artikel beginnt mit einem Vergleich des Erlebnisses von „Odyssee“ mit Disneys „Schneewittchen“, Amazons „Herr der Ringe: Ringe der Macht“ und der jüngsten „Star Wars“-Serie – diese Werke sind bereits Gegenstand von Online-Debatten geworden. Der Schritt von Variety stuft „Odyssey“ tatsächlich als „Opfer“ ein, was impliziert, dass es unfaire Angriffe auf die öffentliche Meinung erlitten hat.

Es war diese Analogie, die eine neue Welle der Wut auslöste. Viele Internetnutzer wiesen darauf hin, dass die oben genannten IPs in den Augen der Fans eng mit „erzwungener Indoktrination von Themen“, „kontroverser Besetzung“ und „Abweichung vom Originalwerk“ verbunden sind. Anstatt Nolan zu Hilfe zu kommen, drängte Variety seinen Film in einen gefährlicheren Kontext.
In dem Artikel wurde Elon Musk wiederholt als Schlüsselfigur für die Verschärfung der negativen öffentlichen Meinung genannt. Unterdessen verteidigte Variety die gemunkelten Besetzungsentscheidungen von Elliot Page als Achilles und Lupita Nyong'o als Helen. Die Unzufriedenheit des Publikums geht jedoch weit über das Casting hinaus.
Im Kommentarbereich wird heftig über die „selektive historische Authentizität“ des Films debattiert. Es gab frühere Berichte, dass Nolan auf der Suche nach einem Gespür für die Zeit die Orchestermusik aufgegeben habe, aber Fans haben im Trailer moderne Titel wie „Dad“ sowie andere Elemente entdeckt, die nicht zum bronzezeitlichen Setting passen. Die Hinzufügung des Rappers Travis Scott heizte das Feuer nur noch weiter an – inmitten von Casting-Gerüchten und einer modernen Dekonstruktion der griechischen Mythologie hatten viele Zuschauer das Gefühl, dass der Film sich gegenüber dem Original zu viele Freiheiten nahm und gleichzeitig den Anspruch erhob, historisch korrekt zu sein.

Variety widmete sich auch der Verteidigung der Diversitätsstandards der Oscars und sagte, dass Filme keine obligatorischen Quoten für die Darstellung auf der Leinwand erfüllen müssen, um Preise zu gewinnen, und nannte als Beispiel „Oppenheimer“. Doch für viele Leser hatte der Artikel letztendlich den gegenteiligen Effekt: Die Gegenüberstellung von „Die Odyssee“ mit „Schneewittchen“ und Disneys Star Wars verärgerte das Publikum nur noch mehr und verstärkte die Zweifel an Nolans neuem Film – und das bereits vor der Veröffentlichung des Films.