Googles Tensor G6 System-on-Chip der neuen Generation (interner Codename „Malibu“) entsteht nach und nach. Diese Produktgeneration setzt den konsequenten Weg der Tensor-Serie fort: Leistung, Stromverbrauch und Kosten in Einklang zu bringen. Allerdings hat Google dieses Mal sein Gewicht deutlich weiter in Richtung Kostenkontrolle verlagert. Beispielsweise hat man sich bei der GPU für einen überarbeiteten Kern entschieden, der auf der Architektur von vor 5 Jahren basiert.

In Bezug auf die Prozesstechnologie wird Tensor G6 wie Apple A20 den N2-Prozess (2 nm) von TSMC verwenden, jedoch nicht die N2P-Version verwenden, die teurer ist und eine Leistungsverbesserung von etwa 5 bis 10 % aufweist. Im Vergleich zu Tensor G5, der auf einem 3-nm-Prozess basiert, kann N2 immer noch erhebliche Verbesserungen bei der Energieeffizienz bringen. Dies bedeutet, dass die Gesamtleistung zwar in etwa gleich bleibt oder sich leicht verbessert, der G6 jedoch in Bezug auf Stromverbrauch und Wärmekontrolle voraussichtlich besser sein wird als die Vorgängergeneration.
Im CPU-Teil reduziert Tensor G6 die 8 Kerne der vorherigen Generation auf 7 Kerne und übernimmt eine 1+4+2-Kernkonfiguration: 1 ARM C1-Ultra Large-Kern mit 4,11 GHz getaktet, 4 ARM C1-Pro-Kerne mit 3,38 GHz getaktet und 2 ARM C1-Pro-Kerne mit 2,65 GHz getaktet. Man geht davon aus, dass diese Wahl der „Kernreduktion“ eng mit den konsequenten Kostenüberlegungen von Google zusammenhängt. Bei der Multithread-Spitzenleistung ist es den Mitbewerbern vielleicht etwas unterlegen, kann aber in typischen Mobilszenarien immer noch eine ausreichende Leistungsleistung aufrechterhalten.
Die GPU ist einer der umstrittensten Teile dieser Tensor G6-Generation. Frühe Berichte wiesen darauf hin, dass Google die im Jahr 2021 veröffentlichte PowerVR CXT-48-1536-GPU verwenden wird, was die Theorie der „alten GPU“ auslöste. Weitere Nachrichten enthüllten später, dass es sich bei der tatsächlichen Konfiguration um die verbesserte Version CXTP-48-1536 handelt, bei der das „P“ allgemein für eine bessere Leistungsaufnahme steht, ähnlich der von Imagination im Jahr 2025 eingeführten DXTP-Serie. Trotzdem basiert diese GPU immer noch auf dem Grunddesign von vor etwa 5 Jahren. Grundsätzlich lässt sich bestätigen, dass es sich hierbei um eine „seltsame, aber budgetbewusste“ Entscheidung von Google handelt, um Kosten zu senken und mehr Budget in die KI-Seite zu investieren.
Um mögliche Mängel auf der GPU-Seite auszugleichen, hat Tensor G6 den KI-Rechnerteil erheblich verbessert und verwendet ein Dual-TPU-Design mit dem Codenamen „Santafe“: ein maßgeschneidertes TPU für die Haupt-KI-Last, das für komplexe Überlegungen und große Modellaufgaben zuständig ist; Das andere „Nano-TPU“ zielt auf einfachere KI-Szenarien ab und legt Wert auf eine höhere Energieeffizienz. Es wird erwartet, dass diese Dual-Path-Architektur eine feinkörnigere Energieverwaltung im täglichen Gebrauch ermöglicht, beispielsweise indem man sich bei Hintergrund- oder leichten Aufgaben stärker auf Nano-TPU verlässt, um die Akkulaufzeit zu verlängern.
Im Hinblick auf Sicherheit und Bildgebung wird G6 eine neue Generation des Titan M3-Sicherheitschips einführen, um Benutzerdaten, einschließlich Verschlüsselungsschlüsseln und biometrischen Informationen, auf Hardware-Ebene zu schützen. Der Bildgebungsteil verwendet einen neuen Bildsignalprozessor (ISP) mit dem Codenamen „Metis“, gepaart mit einer GXP-Einheit (Graphics eXtension Processor) und koordiniert mit zwei TPUs. Ziel ist es, stärkere „Software- und Hardware-Integration“-Funktionen in der Computerfotografie, Videoverarbeitung und hardwarebeschleunigten Bildverarbeitung bereitzustellen.
In Bezug auf Arbeitsspeicher und Speicherkonfiguration unterstützt Tensor G6 LPDDR5X-Speicher und entspricht damit dem aktuellen Mainstream-Trend zu mobilen High-End-SoCs. Was die Spezifikationen des Flash-Speichers angeht, wird dieser Chip höchstwahrscheinlich nicht der erste sein, der UFS 5.0 auf den Markt bringt, wird aber weiterhin UFS 3.1 und UFS 4.0 unterstützen. Je nach Pixel 11-Modell werden verschiedene Versionen konfiguriert. Es besteht die Möglichkeit, UFS 4.1-Unterstützung einzuführen. Vor dem Hintergrund steigender Speicherpreise wird diese Konfigurationswahl auch als Kompromiss zwischen Kosten und Erfahrung angesehen.
Was die Kosten betrifft, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Stückpreisdaten für Tensor G6, aber die Kosten für Tensor G5 belaufen sich auf etwa 65 US-Dollar pro Einheit, was als Referenzbasis verwendet werden kann. Wenn man bedenkt, dass der Speichermarkt eine sogenannte „Chip-Inflation“ erlebt, beispielsweise wird ein typisches mobiles LPDDR5-Modul im ersten Quartal 2026 etwa 10 US-Dollar pro GB kosten und der Durchschnittspreis im zweiten Quartal voraussichtlich auf 19,3 bis 19,8 US-Dollar steigen, werden die Gesamtkosten von G6 voraussichtlich höher sein als die der vorherigen Generation.
Nach aktuellen Plänen wird Tensor G6 erstmals auf Mobiltelefonen der Pixel-11-Serie installiert und voraussichtlich im August 2026 auf den Markt kommen. Dem Zeitplan nach zu urteilen, entschied sich Google für den Eintritt in die Zeit, in der der fortschrittliche 2-nm-Prozess noch im Vordergrund stand und die Produktionskapazität begrenzt war. Es könnte nicht nur die Synchronisierung mit seinen Hauptkonkurrenten auf Prozessknoten aufrechterhalten, sondern auch mehr Budget- und Stromverbrauchsspielraum für die TPU und differenzierte Funktionen wie Sicherheit und Bildgebung lassen, indem Teile wie die GPU „veraltet“ werden.
Von der allgemeinen Designphilosophie her ist Tensor G6 kein SoC, der ultimative Laufergebnisse und Gaming-Leistung anstrebt. Stattdessen nutzt es lieber KI-Funktionen, Bildverarbeitung und Sicherheitsfunktionen als Verkaufsargumente und baut ein differenziertes Erlebnis rund um die Software- und Hardware-Integrationsvorteile der Pixel-Serie auf. Der „Rückblick“ auf Komponenten wie Speicher und GPU und der „Vorwärtsblick“ auf den Prozess, TPU, Sicherheit und ISP/GXP bilden die typische „Gleichgewichtsformel im Google-Stil“ dieser Tensor-Generation.