Flipper Devices, das mit seinem Hacking-Tool Flipper Zero mehr als 1 Million Geräte verkauft und einen Umsatz von über 150 Millionen US-Dollar erwirtschaftet hat, gab heute die Einführung eines neuen Netzwerkgeräts namens Flipper One bekannt. Flipper One ist ein multifunktionales Netzwerkgerät, das mit einem Linux-System ausgestattet ist. Er ist mit vielfältigen Netzwerkanschlussmöglichkeiten ausgestattet und kann als Linux-PC verwendet werden. Das Unternehmen sagte, dass dieses neue Gerät kein Nachfolger des Flipper Zero sei, da die beiden betriebsmäßig unterschiedlich seien.

Flipper Zero ist in der Hacker-Community beliebt und kann eine Verbindung zu mehreren drahtlosen Kommunikationsprotokollen wie Bluetooth, RFID, NFC, Sub-1-GHz-Transceivern und Infrarot herstellen. Das Gerät kann einen Schlüsselanhänger oder eine Zugangskarte simulieren, wurde aber auch zum Versenden von Spam-Nachrichten an iPhones in der Nähe verwendet. Im Gegensatz dazu setzt Flipper One hauptsächlich auf Netzwerkkonnektivität und ist mit zwei Gigabit-Ethernet-Schnittstellen, USB-Ethernet (5 Gbit/s Übertragungsgeschwindigkeit) und Wi-Fi 6E (unterstützt 2,4/5/6 GHz-Frequenzbänder) ausgestattet.

Das Gerät ist außerdem mit einer M.2-Schnittstelle ausgestattet, über die ein 5G-Modem oder andere Module angeschlossen werden können, darunter softwaredefinierte Funkmodule, KI-Beschleuniger, Solid-State-Laufwerke (NVMe oder SATA) und über Adapter verbundene Wi-Fi-Netzwerkkarten. Flipper One befindet sich noch in der Entwicklungsphase und das Unternehmen hat bisher nur Projektpläne angekündigt.

In Bezug auf die Hardwarekonfiguration wird Flipper One mit zwei Prozessoren und 8 GB Speicher ausgestattet sein. Der erste Prozessor ist ein RK3576-Chip mit acht Kernen, auf dem ein Open-Source-Linux-System läuft und der mit einer Mali-G52-GPU und NPU gepaart ist, um lokale KI-Modelle auszuführen. Das Unternehmen arbeitet mit der Open-Source-Softwareberatung Collabora zusammen, um die Unterstützung für den Chip in den Mainline-Linux-Kernel zu integrieren, sodass jeder ihn von Kernel.org herunterladen und benutzerdefinierte Designs entwickeln kann. Der zweite Chip ist ein Dual-Core-Mikrocontroller Raspberry Pi RP2350, der für die Steuerung des Displays, der Tasten, des Touchpads, der LED-Leuchten und des Stromversorgungssubsystems verantwortlich ist. Selbst wenn der Linux-Teil des Geräts ausgeschaltet ist, kann der Benutzer das Gerät weiterhin bedienen.

Pavel Zhovner, CEO von Flipper Devices, sagte, das Unternehmen entwickle maßgeschneiderte Systeme auf Basis von Linux. Er erwähnte im Blog, dass Raspberry Pi OS zwar reibungslos läuft und eine gute Benutzererfahrung bietet, es jedoch schwierig ist, nach der Installation des Softwarepakets einen sauberen Werksreset durchzuführen, es sei denn, die SD-Karte wird für ein neues Projekt erneut geflasht. Flipper OS, das sich noch im Konzeptstadium befindet, wird Benutzern den Zugriff auf Konfigurationsdateien mit verschiedenen vorkonfigurierten Softwarepaketen und Einstellungen ermöglichen. Benutzer können nach Belieben mit der Software experimentieren und eine saubere Kopie zurückgeben, ohne die SD-Karte austauschen oder flashen zu müssen. Im Rahmen dieser Entwicklung entwickelt das Unternehmen auch die FlipCTL-Schnittstelle zur Steuerung der kleinen LCD-Bildschirme auf Geräten wie dem Flipper One über Richtungstasten und Touch-Funktionalität.

Mithilfe des Netzwerkverbindungstreibers können Benutzer Flipper One als Router, VPN-Gateway oder Netzwerküberbrückungsgerät verwenden. Benutzer können außerdem einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus über einen USB-Hub anschließen, um ihn in einen Linux-Desktop zu verwandeln, oder ihn über die HDMI 2.1-Schnittstelle (unterstützt 120 Hz 4K-Streaming) als tragbaren Mediaplayer verwenden. Benutzer können auch lokale KI-Modelle ausführen, um Geräte zu bedienen, Konfigurationsdateien zu generieren und praktische Tipps zu erhalten, ohne dass eine Internetverbindung erforderlich ist.

Allerdings hat Flipper Devices nur einen Gesamtplan für das Gerät und seine möglichen Einsatzmöglichkeiten angekündigt, und es gibt noch viele Softwarefunktionen, die noch fertiggestellt werden müssen. Beispielsweise haben die NPU- und Hardware-Videodekodierungsfunktionen für KI noch keine Mainline-Kernel-Unterstützung erhalten. FlipperOS und FlipperCTL befinden sich derzeit nur im Konzeptstadium. Das Team muss außerdem ein großes Offline-Sprachmodell trainieren, das Benutzern bei der Handhabung von Konfigurationen helfen kann.

Das Unternehmen lädt Entwickler ein, sich der Community anzuschließen und gemeinsam Softwarekomponenten zu entwickeln, die in der endgültigen Gerätelieferung verwendet werden können. Das Unternehmen gab bekannt, dass die endgültigen Details einer Verbraucherversion in Zukunft bekannt gegeben werden, die Basiskonfiguration (ohne Mobilfunkmodul) des Geräts jedoch voraussichtlich weniger als 350 US-Dollar kosten wird.