Bereits im Jahr 2020 startete Google ein Projekt dazuCrowdsourcing von Signalen von Android-Handys, um kommende Erdbeben vorherzusagen. Das System verwendet Beschleunigungsmesser in diesen Geräten, um seismische Daten zu sammeln, kombiniert diese Daten, um Muster zu erkennen, die mit Erdbeben in Zusammenhang stehen, und gibt rechtzeitig Warnungen an möglicherweise betroffene Personen aus.Drei Jahre später beteiligten sich Forscher am ProjektEin Artikel wurde diese Woche in der Zeitschrift Science veröffentlicht, haben gezeigt, dass ihre Erdbebenerkennungstechnologie gut funktioniert – und demonstrierte ihren Nutzen an Orten, an denen es keine seismischen Stationen gibt, die untersucht und lokale Warnungen ausgegeben werden könnten.

Das System erkennt plötzliche Anstiege der Beschleunigung des Telefons, die mit Bodenbewegungen bei Erdbeben einhergehen. Sobald es ausgelöst wird, sendet das Telefon ein Signal an einen zentralen Server, der auf ähnliche Signale von anderen Telefonen im selben Bereich und zur gleichen Zeit wartet. Wenn die Beobachtungsdaten ein ausreichend hohes Vertrauensniveau erreichen, wird offiziell ein Erdbeben ausgerufen.

Das System ist in 98 Ländern/Regionen im Einsatz und hat in drei Betriebsjahren durchschnittlich 312 Erdbeben pro Monat mit einer Stärke von 1,9 bis 7,8 registriert. Laut Nutzerfeedback fühlten sich 85 % der Nutzer, die die Warnung erhielten, erschüttert, und sogar 36 % der Befragten gaben an, die Warnung vor dem Erdbeben erhalten zu haben.

Nicht schlecht für ein System, das nicht viel lokale Infrastruktur benötigt, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Die Forscher haben das System über eine Software, die auf allen Android-Telefonen vorinstalliert ist, auf 2,5 Millionen Geräten bereitgestellt, was bedeutet, dass es standardmäßig aktiviert ist und ohne Benutzereingaben verwendet werden kann.

Dieses auf Beschleunigungsmessern basierende Crowdsourcing-System ist eine modernere Version des ShakeAlert-Systems aus dem Jahr 2015, bei dem „GPS-Empfänger in Smartphones permanente Bodenbewegungen (Verschiebungen) erkennen können, die durch Verwerfungsbewegungen bei großen Erdbeben verursacht werden.“

Die Technologie ist auch mit dem Android-Erdbebenwarnsystem verbunden, das in Gebieten, in denen Seismologen mit Erdbeben rechnen, Warnungen mit Anweisungen zum Aufsuchen von Schutzräumen direkt an Mobiltelefone senden kann.

Diese Art von öffentlicher Infrastruktur kann uns nicht nur helfen, mehr große Erdbeben zu verstehen und Großkatastrophen zu verhindern, sondern auch umfassende Beobachtungsdaten mehrerer Erdbeben liefern, um als Referenz für regionale Modelle zu dienen. Integrierte Feedbacksysteme, mit denen Menschen feststellen können, ob ein Erdbeben zu spüren ist, könnten diese Daten ebenfalls verbessern und uns möglicherweise eine bessere Chance geben, Erdbeben zu erkennen, bevor sie auftreten.

Quelle: Wissenschaft