Von Low-Carb-Eis über Keto-Proteinriegel bis hin zu zuckerfreien Getränken: Der Süßstoff Erythrit kommt in den unterschiedlichsten Lebensmitteln zum Einsatz. Neue Forschungsergebnisse haben jedoch ergeben, dass dieser Zuckerersatz die Gehirnzellen schädigen und das Schlaganfallrisiko erhöhen kann. Relevante Forschungsergebnisse wurden im Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

Erythritol, ein Zuckeralkohol, der normalerweise aus fermentiertem Mais hergestellt wird, ist seit seiner Zulassung durch die US-amerikanische Food and Drug Administration im Jahr 2001 zu einem Zusatzstoff in Hunderten von Lebensmitteln geworden. Seine Süße beträgt etwa 80 % der von Saccharose, hat fast keine Kalorien und hat nur geringe Auswirkungen auf den Blutzucker, weshalb es von Menschen bevorzugt wird, die abnehmen und den Zucker kontrollieren möchten. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass es gesundheitliche Risiken bergen kann.
Eine Studie der University of Colorado Boulder mit 4.000 Menschen in den USA und Europa ergab, dass Männer und Frauen mit höheren Erythritspiegeln im Blut innerhalb der nächsten drei Jahre ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen oder Schlaganfälle hatten. Um den Grund zu erforschen, behandelten Forscher Gefäßendothelzellen des Gehirns mit Erythrit, das dem Inhalt einer Dose zuckerfreier Getränke entsprach. Sie beobachteten Folgendes: Die Zellen produzierten weniger Stickoxid (eine Substanz, die zur Entspannung der Blutgefäße beiträgt), während Endothelin-1, das die Blutgefäße verengt, zunahm; Gleichzeitig verringerte sich die Fähigkeit der Zellen, Blutgerinnsel aufzulösen, und die Produktion freier Radikale (Stoffwechselnebenprodukte, die Zellschäden verursachen) nahm zu. Zusammen können diese Veränderungen zu einer abnormalen Funktion der Blutgefäße führen und dadurch das Schlaganfallrisiko erhöhen.
Die Forscher stellten fest, dass in dem Experiment nur eine Einzeldosis Erythritol verwendet wurde und dass Menschen, die täglich mehrere Portionen des Produkts konsumieren, möglicherweise einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Allerdings befindet sich diese Forschung noch im Laborstadium und muss noch durch weitere Versuche am Menschen verifiziert werden.
Basierend auf den verfügbaren Erkenntnissen empfehlen Forscher den Verbrauchern, die Lebensmitteletiketten sorgfältig zu lesen und den Verzehr von Lebensmitteln, die Erythrit oder andere Zuckeralkohole enthalten, zu reduzieren, um potenzielle Gesundheitsrisiken zu verringern.