Der italienische Modedesigner Giorgio Armani ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Diese legendäre Persönlichkeit, die sowohl Designer als auch Unternehmer ist, schuf nicht nur eine einzigartige elegante Ästhetik, sondern ist auch einer der letzten Gründer der Luxusgüterindustrie, der immer noch darauf besteht, unabhängig zu operieren.

Designer Giorgio Armani bei der Giorgio Armani Privé Herbst/Winter 2021/2022 Show
Designer Giorgio Armani bei der Modenschau Giorgio Armani Privé Herbst/Winter 2021/2022

Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten, die seit langem zu Konzernen wie LVMH und Kering zusammengeschlossen sind, hat Armani stets den privaten Charakter des Unternehmens bewahrt und kontrolliert alle Entscheidungen selbst. Im Jahr 2024 wird der Konzern einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden US-Dollar erzielen. Durch strenge Eigenkapital- und Governance-Regelungen stellt er sicher, dass die Marke externen Akquisitionen standhält.

Mit Armanis Tod steht das Unternehmen vor seiner größten Bewährungsprobe: Wie kann man erfolgreich in eine neue Phase eintreten und gleichzeitig das Erbe des Gründers bewahren?

Gemäß der Vereinbarung wird die Mehrheitsbeteiligung an die 2016 gegründete „Giorgio Armani Foundation“ übertragen, und die Stiftung wird die Entwicklung der Gruppe überwachen, um die Unabhängigkeit sicherzustellen. Zu seinen Lebzeiten gab Armani bekannt, dass er drei Nachfolger für die Leitung der Stiftung ausgewählt hatte, die Einzelheiten wurden jedoch nicht veröffentlicht. Zum Kernteam gehören der langjährige Partner und Menswear-Direktor Pantaleo Dell’Orco, die Nichte Silvana Armani, die seit langem für die Damenmode verantwortlich ist, und eine weitere Nichte, Roberta Armani, die für die sozialen Beziehungen zuständig ist.

Zu seinen Lebzeiten entwarf Armani auch neue Satzungen, in denen er eine mehrstufige Eigentümerstruktur, eine umsichtige Akquisitions- und Verschuldungspolitik vorsah und Grenzen für mögliche Kapitalübertragungen festlegte. Obwohl Börsennotierungen nicht gänzlich verboten werden, ist die Zustimmung der Mehrheit des Vorstands erforderlich.

Dennoch wird die Zukunft dieser Kultmarke in der Branche weiterhin große Sorge hervorrufen. Historisch gesehen hatten Luxusmarken selten die Möglichkeit, bei Markttransaktionen aufzutreten.

Tatsächlich symbolisiert Armanis Tod auch das Ende einer Ära. In den letzten Jahrzehnten hatten Designer und Geschäftsinhaber fast das uneingeschränkte Mitspracherecht über die Marke und waren für alles verantwortlich, von der Kreativität bis zur Expansion; In der heutigen Branche sind Kreativdirektoren eher eine angestellte Rolle und werden ständig von der Gruppe ersetzt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 umfasst die Armani-Gruppe die High-Definition-Linie Armani Privé, das junge Emporio Armani und das beliebtere Armani Exchange und hat sich auch auf Lifestyle-Bereiche wie Heimtextilien, Restaurants und Hotels ausgeweitet. In den letzten Jahren hat das Unternehmen verstärkt investiert, um die Rückkehr des E-Commerce in selbstbetriebene Geschäfte voranzutreiben und Geschäfte zu renovieren. Allerdings sank der Umsatz im Jahr 2024 um 5 % und der Betriebsgewinn sank um fast ein Viertel.

Armani betonte zu seinen Lebzeiten einmal, dass der Markenwert in Unabhängigkeit und Tradition liege. Die letzte Lektion, die er seinem Team hinterlassen hat, war, bescheiden zu bleiben: „Es gibt zu viele Leute in dieser Branche, die zu selbstbewusst sind, deshalb ist es besonders wichtig, sich bedeckt zu halten.“