Am 19. September, als ein Emirates-Flug von San Francisco nach Dubai fliegen sollte, hörten Passagiere in der Kabine plötzlich die Nachricht, dass US-Präsident Trump beschlossen hatte, für H-1B-Visa eine Antragsgebühr von 100.000 US-Dollar zu erheben.

In den sozialen Medien verbreitete Kabinenvideos zeigten, wie sich die Verwirrung der Passagiere schnell in Chaos verwandelte. Als Flug EK226 zum Dubai International Airport abfliegen sollte (ein 15-stündiger Flug), standen die Passagiere auf, gingen in den Gängen auf und ab, überprüften ihre Telefone und baten die Flugbegleiter, ihnen das Verlassen des Airbus A380 zu erlauben.

Während Passagiere normalerweise nicht aussteigen dürfen, sobald die Kabinentür geschlossen ist, verkündete der Emirates-Kapitän über Funk: „Angesichts der aktuellen Umstände, die für uns bei Emirates offensichtlich beispiellos sind, verstehen wir, dass einige Passagiere diesen Flug nicht fortsetzen möchten, was völlig akzeptabel ist.“

Das Video zeigt, wie der Kapitän über die Lautsprecheranlage sagt: „Unsere einzige Bitte ist, dass Sie dies jetzt tun, wenn Sie alleine von Bord gehen möchten.“

Trumps plötzliche Erhöhung der Gebühren für die Beantragung eines H-1B-Visums hat bei Inhabern dieses Visums Panik und Unbehagen ausgelöst.Mehr als 70 % der Visuminhaber sind Inder, von denen viele bei indischen IT-Unternehmen beschäftigt sind.

Die Trump-Administration bezeichnete den Schritt als Teil eines umfassenderen Plans zur Stärkung legitimer Anwendungen bei gleichzeitiger Bekämpfung von Missbräuchen. Doch der Mangel an Klarheit in den neuen Regeln hat Microsoft, Amazon und Alphabet Inc. dazu veranlasst. Technologieunternehmen, die zu den größten Nutznießern des H-1B-Programms gehören, warnten ihre Mitarbeiter zunächst davor, ins Ausland zu reisen.

Es ist unklar, wie viele Menschen, wenn überhaupt, das Flugzeug verließen. Allerdings führte das Chaos in der Kabine vor dem Start nach Angaben der Flugverfolgungs-Website Flightradar24 zu erheblichen Verspätungen des Fluges. Am Ende hatte das Flugzeug drei Stunden und 40 Minuten Verspätung, bevor es nach Dubai flog.