Nicht nur Büroangestellte drohen, durch künstliche Intelligenz ersetzt zu werden. Sogar Fast-Food-Selbstbedienungsverkäufer laufen Gefahr, ihren Job zu verlieren, da die Maschinen ihre Arbeit immer kompetenter erledigen – oder können sie das wirklich? Ein Unternehmen, das diese Technologie bereitstellt, gab bekannt, dass mehr als 70 % seiner Bestellungen manuell außerhalb des Standorts erledigt werden.

Presto Automation, das nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter von Arbeitsautomatisierungstechnologie in der Branche ist, gab in einer Einreichung bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) bekannt, dass fast drei Viertel seiner Bestellungen von externen Agenten betreut werden, die beispielsweise auf den Philippinen arbeiten. Interessanterweise hat Presto zuvor behauptet, dass 95 % der Bestellungen, die über seinen Verkaufs-Chatbot eingehen, ohne menschliches Eingreifen abgewickelt werden.

PrestoAutomation stellt PrestoVoice Drive-Thru-Bestellannahmeprodukte für viele Fast-Food-Restaurants in den Vereinigten Staaten bereit, darunter Carl's Jr., Hardee's, DelTaco und Checkers, und verspricht, die Unternehmensgewinne durch die Senkung der Arbeitskosten zu steigern.

Aus Dokumenten der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission geht hervor, dass 70 % der Bestellungen von PrestoVoice einen manuellen Eingriff erfordern. Da das Tool an mehr Standorten eingesetzt wird, strebt das Unternehmen an, diesen Prozentsatz auf 30 % oder mehr zu steigern. Das Unternehmen fügte hinzu, dass auch externe Mitarbeiter bei der Schulung des Systems helfen.

Bloomberg schreibt, dass die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) Presto Automation darüber informiert hat, dass gegen das Unternehmen Ermittlungen wegen Offenlegungen „bestimmter Aspekte seiner Technologie für künstliche Intelligenz“ eingeleitet werden. Der genaue Charakter der Untersuchung ist unklar.

Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen den Grad des menschlichen Eingriffs in seine Produkte der künstlichen Intelligenz nicht offen angibt. Die Nate-App verspricht, künstliche Intelligenz zu nutzen, um Kundeninformationen für nur 1 US-Dollar pro Transaktion automatisch einzugeben, setzt für die Durchführung des Vorgangs jedoch häufig Mitarbeiter auf den Philippinen ein. Es wurde festgestellt, dass ein weiteres KI-Tool zur Automatisierung der Anwendungsentwicklung stark auf menschliche Ingenieure angewiesen ist.

Berichten zufolge hat sich der Fast-Food-Riese Wendy's bereits im Mai dieses Jahres mit Google zusammengetan, um in einem seiner Restaurants in Ohio einen Chatbot mit künstlicher Intelligenz zu testen. Der Chatbot ist darauf trainiert, zu verstehen, wie Kunden normalerweise über das Menü bestellen und auf natürliche Weise interagieren.