Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat noch nicht gesagt, ob sie Tesla-Robotaxi-Abstürze über das bestehende Meldesystem hinaus untersuchen wird. Die jüngsten aufeinanderfolgenden Unfälle in Austin erhöhen jedoch den Druck auf Tesla, den Wandel von „mit manueller Überwachung“ zum „völlig autonomen Fahren“ voranzutreiben.
Derzeit müssen die fortschrittlichsten selbstfahrenden Fahrzeuge von Tesla noch mit menschlichem Sicherheitspersonal ausgestattet sein – dies ist gesetzlich vorgeschrieben und scheint in der Praxis immer noch unverzichtbar zu sein.

Daten zeigen, dass die neuen selbstfahrenden Taxis von Tesla, die in Austin, Texas, eingesetzt werden, in vier Monaten in vier Unfälle verwickelt waren, seit das Pilotprojekt Ende Juni online ging. Der jüngste Unfall ereignete sich auf einem Parkplatz. Ein völlig autonomes Fahrzeug kollidierte mit einem festen Objekt. Es wird berichtet, dass dadurch Personen- und Sachschäden entstanden seien. Die konkreten Details wurden nicht näher bekannt gegeben.
Wenn ein Fahrzeug, das mit einem Advanced Driver Assistance System (ADAS) oder einem Autonomous Driving System (ADS) ausgestattet ist, in einen Unfall verwickelt ist, ist der Hersteller gemäß den Bundesvorschriften verpflichtet, dies innerhalb von fünf Tagen nach Kenntnisnahme des Unfalls den Aufsichtsbehörden zu melden. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine langfristige Sicherheitsüberwachungsanforderung, die von der NHTSA umgesetzt wurde und darauf abzielt, potenzielle Sicherheitsprobleme bei der autonomen Fahrtechnologie zu verfolgen.
Zuvor meldete Tesla vor allem Unfälle im Zusammenhang mit seinen Level-2-Systemen (wie Autopilot und FSD) – solche Systeme erfordern weiterhin, dass der Fahrer jederzeit bereit ist, das Fahrzeug zu übernehmen. Der selbstfahrende Taxidienst in Austin hat sich jedoch zu einem höheren Automatisierungsgrad (Stufe 4) entwickelt, bei dem die Fahrzeuge alle Fahraufgaben innerhalb eines bestimmten Bereichs erledigen können. Dennoch verlangen die texanischen Vorschriften in den Vereinigten Staaten immer noch, dass ein Sicherheitsbeauftragter im Auto und eine Ein-Knopf-„Beendigungs“-Einrichtung vorhanden sein muss, um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn das automatische System ausfällt.
Einige Analysten wiesen darauf hin, dass Tesla weit weniger Unfallmeldungen eingereicht habe als andere Unternehmen der Branche. Die Medien Electrek wies darauf hin, dass Tesla in seinen Vorfallberichten im Zusammenhang mit dem „Autopilot-System“ zahlreiche Korrekturen vorgenommen habe und nahezu keine Einzelheiten zur Art und Schwere des Unfalls bekannt gegeben worden seien. Im Gegensatz dazu haben Konkurrenten wie Waymo detailliertere Betriebsdaten veröffentlicht.
Tesla gab in seiner jüngsten Gewinnmitteilung bekannt, dass die Austin Robotaxi-Flotte seit ihrer Inbetriebnahme etwa 250.000 Meilen zurückgelegt hat. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 4 Kollisionen gemeldet, mit einem Durchschnitt von einem Unfall pro 62.500 zurückgelegten Meilen. Die genaue Anzahl der Eingriffe des Sicherheitsbeauftragten wurde nicht bekannt gegeben. Tesla sagte, dass das Fahrzeug während der Testphase noch unter „manueller aktiver Überwachung“ stand.
Zum Vergleich: NHTSA-Daten zeigen, dass selbstfahrende Fahrzeuge von Waymo landesweit etwa 125 Millionen Meilen zurückgelegt haben und 1.267 Unfälle gemeldet haben, etwa einen alle 98.600 Meilen. Es ist erwähnenswert, dass Waymo-Fahrzeuge ein „völlig fahrerloses Fahren“ und keine manuelle Übernahme ermöglichen, wenn das System ausfällt.
Der Unterschied in der Kollisionshäufigkeit verdeutlicht die erheblichen Unterschiede im Grad der Autonomie und Transparenz autonomer Fahrsysteme zwischen den Unternehmen. Waymo führt seit vielen Jahren fahrerlose Einsätze in mehreren US-Städten durch, während sich Teslas Robotaxi-Projekt in Austin noch im Anfangsstadium der Pilotphase befindet. Regulierungsbehörden und Branchenbeobachter glauben, dass dies die „Ungleichmäßigkeit“ des Kommerzialisierungsprozesses der autonomen Fahrtechnologie widerspiegelt und dass sich die Branchenentwicklung noch in der Sondierungsphase befindet.