Wissenschaftler haben das älteste direkt datierte Eis in der Region Allan Hills in der Ostantarktis entdeckt –Vor etwa 6 Millionen Jahren entstand ein Stück „Eispickel“, das auch prähistorische Luft enthält. Diese bahnbrechende Entdeckung wurde vom Team des „Center for the Exploration of the Oldest Ice“ (COLDEX) abgeschlossen, das von der US National Science Foundation finanziert wurde. Die entsprechenden Ergebnisse wurden am 3. November 2025 in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.

Die Allen Hills liegen am Rande des antarktischen Eisschildes. Die Bewegung des Eisflusses und das zerklüftete Gebirgsgelände wirken zusammen, um die alten Eisschichten nahe der Oberfläche anzuheben und so den hohen Druck und die Verformung tief in der Eisdecke zu vermeiden.
Das Forscherteam bestimmte direkt das Alter der Eisschicht, indem es das Verhältnis der im Eis eingeschlossenen Argonisotope analysierte. Diese Methode durchbricht die Einschränkungen herkömmlicher Eisbohrkerne, die auf Sedimenten basieren, um auf das Alter zu schließen, mit einem Fehler von nur ±100.000 Jahren.
Zuvor war der weltweit älteste zusammenhängende Eisbohrkern 800.000 Jahre alt, aber diese Entdeckung verlängert die Zeitspanne um das Sechsfache!

Die Analyse von Sauerstoffisotopen im Eis zeigt, dass die Antarktis in den letzten 6 Millionen Jahren eine langfristige Abkühlung von etwa 12 °C erlebt hat. Dies ist das erste Mal, dass Menschen die Temperaturentwicklung des antarktischen Kontinents vom späten Miozän bis zum Pliozän direkt quantifiziert haben und wichtige Daten für das Verständnis des Mechanismus der Eisschildausdehnung liefern.
Eine vorläufige Analyse von Luftblasen im Eis legt dies naheDie Kohlendioxidkonzentration im späten Pliozän (vor etwa 6 Millionen Jahren) betrug etwa 270–300 ppm und war damit deutlich niedriger als die aus Sedimentkernen abgeleiteten 425 ppm., was das traditionelle Verständnis in Frage stellt, dass „hoher Kohlendioxidgehalt die Erwärmung des Pliozäns vorantreibt“.
Die Forschung ergab auch einen leichten Rückgang des Kohlendioxidgehalts vor etwa 2,7 Millionen Jahren, was mit dem Zeitpunkt zusammenfällt, als die Erde in den 100.000-jährigen Eiszeitzyklus eintrat.