Kann der Boom der künstlichen Intelligenz die US-Wirtschaft weiterhin unterstützen? Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, ist skeptisch. Zandi hat in diesem Jahr viele Warnungen ausgesprochen und argumentiert, dass die Wirtschaftskraft der USA angesichts des zunehmenden Gegenwinds schwächer werde. In einem Artikel dieser Woche sagte er, dass es für die USA immer noch möglich sei, eine Rezession im kommenden Jahr zu vermeiden, aber nur, wenn alles gut gehe.

Das Hauptrisiko sieht er darin, dass der wirtschaftliche Aufschwung durch den KI-Boom durch einen anderen Megatrend untergraben wird: die Deglobalisierungspolitik der Trump-Regierung.
„Ob die Wirtschaft wachsen kann und ob sie den Gegenwind der Deglobalisierung und der künstlichen Intelligenz erfolgreich meistern kann, hängt davon ab, dass alles im Zeitplan bleibt. Natürlich kann bei der Zollfrage vieles aus dem Ruder laufen“, sagte er.
Zandi befürchtet, dass Trumps Handelspolitik die USA in die Rezession treiben könnte. Jetzt sieht er in der Deglobalisierung eine wachsende Bedrohung für die wirtschaftliche Entwicklung, da Zölle und eine restriktive Einwanderungspolitik die Kosten erhöhen und Druck auf die Arbeitsmärkte ausüben.
Zandi sagte, dass künstliche Intelligenz in diesem Jahr 0,63 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum beitrug. Ohne künstliche Intelligenz könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession geraten. Allerdings wird die Deglobalisierung die weitere Expansion im nächsten Jahr bremsen.
„Die Deglobalisierung wird auch im Jahr 2026 ein erheblicher Hemmschuh bleiben und das reale BIP-Wachstum um 1,19 Prozentpunkte verringern“, fügte der Ökonom hinzu.
Er wies weiter darauf hin, dass die ultimativen Vorteile der KI möglicherweise erst nach einiger Zeit spürbar werden, und nannte Beispiele für andere „bahnbrechende Technologien“, die das Wachstum nur dann ankurbeln können, wenn sie vollständiger in Unternehmen integriert werden.
Darüber hinaus befürchtet Zandi, dass die Vorteile der KI weitgehend auf die bereits Reichen beschränkt bleiben werden, was ihren Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum einschränken könnte, selbst wenn der KI-Boom die Aktienkurse weiter in die Höhe treibt.
„Unsere ohnehin schon sehr ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung wird noch ungleicher werden. Die wirtschaftlichen und politischen Kämpfe zwischen Besitzenden und Besitzlosen werden sich zum Nachteil aller verschärfen“, prognostizierte er.
Zandi fügte hinzu, dass die makroökonomischen Auswirkungen des Shutdowns die Wirtschaft von den Erwartungen abweichen könnten, auch wenn sich die US-Regierung diese Woche auf die Wiedereröffnung vorbereitet.