Einer Ankündigung zufolge steht Saudi-Arabiens staatlicher Investmentfonds kurz davor, fast alle Anteile an Electronic Arts zu übernehmen. Dies stellt eine weitere große finanzielle Wette in einer Zeit dar, in der die Kassen des Landes im Nahen Osten ohnehin schon knapp sind.


Der Public Investment Fund Saudi-Arabiens ist eine Partnerschaft mit dem technologieorientierten Buyout-Unternehmen Silver Lake and Jared eingegangen. Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners hat sich zusammengetan, um den Spieleentwickler für 55 Milliarden US-Dollar (einschließlich Schulden) zu übernehmen. Der im September angekündigte Deal wird voraussichtlich der größte Leveraged Buyout aller Zeiten sein.

Über die geplante Eigentümerstruktur machte das Konsortium keine Angaben. Eine im November bei der brasilianischen Kartellbehörde eingereichte Ankündigung ergab jedoch, dass PIF 93,4 % der EA-Aktien halten würde, während Silver Lake und Affinity 5,5 % bzw. 1,1 % halten würden. Dies bedeutet, dass die Last der Finanzierung des Deals fast vollständig beim PIF liegt.

Das Konsortium wird den Deal mit Eigenkapital in Höhe von 36,4 Milliarden US-Dollar finanzieren und Schulden in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar aufnehmen. PIF wird seine bestehenden Beteiligungen an Electronic Arts übertragen, die zum Kaufpreis etwa 5,2 Milliarden US-Dollar wert sind, was bedeutet, dass PIF etwa 29 Milliarden US-Dollar an neuen Barmitteln aufbringen muss, um seinen eventuellen Eigentumsanteil widerzuspiegeln.

PIF ist auch ein wichtiger Investor in Fonds von Silver Lake und Affinity. Sollte es nach Abschluss der Transaktion zu Problemen kommen, erhöhen sich die finanziellen Risiken zusätzlich.

Ein derart großer Anteil ist bei einem Leveraged-Buyout-Deal ungewöhnlich, bei dem Staatsfonds typischerweise als Minderheitsinvestoren fungieren und sich damit an die Spitze traditioneller Private-Equity-Firmen setzen. Private-Equity-Firmen verfügen in der Regel über mehr Fachwissen beim Abschluss von Geschäften und der Führung neu erworbener Unternehmen.