Die russische Kommunikationsregulierungsbehörde gab bekannt, dass sie den Zugang zur US-amerikanischen Online-Gaming-Plattform für Kinder Roblox landesweit gesperrt hat, und verwies auf eine große Menge angeblich unangemessener Inhalte auf der Plattform, die der „geistigen und moralischen Entwicklung“ von Minderjährigen schaden könnten. Regulierungsbehörde Roskomna Zor sagte in einer Erklärung, dass die Roblox-Plattform mit Inhalten gefüllt sei, die nicht mit den russischen Gesetzen und Werten vereinbar seien, darunter Informationen, die als „extremistisches Material“ und „LGBT-Propaganda“ eingestuft würden.

Roblox, betrieben von der amerikanischen Firma Roblox, ist eines der weltweit bekanntesten von Benutzern erstellten Spiele und Plattformen für virtuelle Welten. Im dritten Quartal dieses Jahres erreichte die durchschnittliche tägliche aktive Nutzerzahl rund 151,5 Millionen und erfreut sich besonders bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. In dem Bericht wurde darauf hingewiesen, dass Roblox in Ländern wie dem Irak und der Türkei verboten ist und die örtlichen Aufsichtsbehörden befürchten, dass die Plattform von Kriminellen zur Täuschung und sexuellen Ausbeutung von Kindern genutzt werden könnte. Roblox hat noch nicht auf Russlands jüngste Verbotsentscheidung reagiert. Das Unternehmen betonte auf seiner offiziellen Website, dass es sich dafür einsetzt, die Benutzersicherheit durch Tools für künstliche Intelligenz, ein Team zur Inhaltsüberprüfung und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und Kindersicherheitsexperten zu gewährleisten.
Das Verbot gilt als ein weiterer Schritt in den jüngsten Bemühungen Russlands, die Zensur von Internetinhalten zu verschärfen und den Zugang zu westlichen Technologieplattformen einzuschränken. Roskomnazor schränkt oder blockiert seit langem den Zugang zu vielen westlichen sozialen Medien, Nachrichten-Websites und Anwendungen mit der Begründung, gegen russische Gesetze verstoßen zu haben, darunter sogenannte „extremistische Inhalte“, „Falschinformationen“ und „nicht-traditionelle Propaganda für sexuelle Beziehungen“ sowie andere sensible Themen. Letztes Jahr entfernte die Sprachlern-App Duolingo Verweise auf „nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen“ von ihrer Plattform, nachdem sie von den Aufsichtsbehörden vor LGBT-Inhalten gewarnt worden war, um härtere Strafen zu vermeiden.
Die Charakterisierung von LGBT-Themen durch russische Beamte wurde in den letzten Jahren erheblich verschärft. Im Jahr 2023 stufte Russland die sogenannte „Internationale LGBT-Bewegung“ als extremistische Organisation ein und betrachtete Personen, die damit verbundene Bewegungen unterstützen, als Terroristen, was den Weg für schwere Strafverfahren gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender-Personen und ihre Unterstützer ebnete. Seitdem hat sich der politische und rechtliche Diskurs um die „geistige und moralische Sicherheit“ von Minderjährigen erheblich verschärft, und Regulierungsbehörden gehen im Namen des Kinderschutzes immer häufiger gegen Online-Inhalte vor.
Neben Roblox nimmt auch Russlands Aufsicht über andere ausländische Kommunikations- und soziale Plattformen zu. Im August dieses Jahres begann Russland, einige Sprach- und Anruffunktionen von Metas WhatsApp und der Messaging-Plattform Telegram einzuschränken, und warf diesen Diensten vor, sich in Fällen im Zusammenhang mit Betrug und Terrorismus zu weigern, notwendige Informationen an Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben. Letzte Woche warnten die Aufsichtsbehörden außerdem, dass die Möglichkeit eines vollständigen Verbots nicht ausgeschlossen sei, wenn WhatsApp weiterhin nicht auf die Forderungen Russlands eingehen würde.
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