Der jüngste Bericht eines Forschungsinstituts zeigt, dass der Verkaufspreis von Mainstream-Notebooks aufgrund des gleichzeitigen Anstiegs der Speicher- und Prozessorkosten im Jahr 2026 einem Aufwärtsdruck von fast 40 % ausgesetzt sein könnte. In diesem Preiserhöhungszyklus wird erwartet, dass Apple seinen relativen Preisvorteil kurzfristig aufrechterhält, indem es sich auf seine selbst entwickelten Chips und seine Verhandlungsmacht in der Lieferkette verlässt.

Berichten zufolge wird Apples Mac-Produktlinie bald eine breitere Preisspanne abdecken, vom gerade erschienenen MacBook Neo, das bei 599 US-Dollar beginnt, bis zum High-End-MacBook „Ultra“, das voraussichtlich noch in diesem Jahr vorgestellt wird. Das Preisgefälle wird offensichtlich immer größer. Doch gleichzeitig warnte das unabhängige Marktforschungsunternehmen TrendForce, dass der breitere Notebook-Markt auf einen „schmerzhaften Preisrückgang“ zusteuere.
Die Berechnungen von TrendForce nahmen ein Notebook mit einem offiziellen Preis von 900 US-Dollar als Beispiel und ergaben, dass DRAM-Speicher und SSD-Speicher, die ursprünglich nur etwa 15 % der Materialkosten ausmachten, auf über 30 % gestiegen sind, nachdem die Preise in den letzten Quartalen stark gestiegen sind. Wenn der Komplettmaschinenhersteller seine Gewinnmargen halten möchte, reicht allein die Preiserhöhung dieser beiden Komponenten aus, um den Einzelhandelspreis des Terminals um mehr als 30 % zu erhöhen.
In dem Bericht wurde auch darauf hingewiesen, dass Intel die Preise für Notebook-CPUs der Einstiegsklasse und früherer Generationen um mehr als 15 % erhöht hat und plant, die Preise für Mainstream- und High-End-Plattformen im zweiten Quartal weiter anzuheben. Wenn man die Zuwächse bei Speicher und Prozessor überlagert, könnten beide zusammen 58 % der gesamten Komponentenkosten ausmachen, was deutlich über dem vorherigen Wert von etwa 45 % liegt, was die Gewinnmargen der PC-Marken weiter schmälern wird.
Im Vergleich dazu verfügt Apple über einen gewissen Puffer im Prozessor. Die in seinen Mac-Produkten verwendeten Chips sind allesamt selbst entwickelte Apple Silicon, wodurch eine direkte Abhängigkeit von den Preisschwankungen von Intel-CPUs vermieden wird. Beispielsweise wird der mit dem MacBook Neo ausgestattete A18 Pro-Chip von TSMC hergestellt und basiert auf einer direkten Liefervereinbarung zwischen Apple und TSMC, die das Risiko von Preiserhöhungen im externen CPU-Markt gewissermaßen absichert. Allerdings kann sich Apple dem Druck, der durch den steigenden Speichermarkt entsteht, nicht entziehen: Ob es sich um das Einstiegsmodell Neo mit festem 8-GB-Speicher oder um das High-End-MacBook Pro handelt, die Kostenänderungen von DRAM und NAND-Flash-Speicher werden sich direkt in der Gesamtpreis- und Konfigurationsstrategie des Geräts widerspiegeln.
Die jüngsten Anpassungen von Apple an seiner Desktop-Produktlinie gelten als Nebeneffekt dieses Drucks. Letzte Woche hat das Unternehmen die 512-GB-Speicher-Upgrade-Option für Mac Studio in der offiziellen Website-Konfiguration gestrichen, und die maximale Speicherkapazität dieses Modells ist derzeit auf 256 GB begrenzt. Gleichzeitig ist auch der Upgrade-Preis der 256-GB-Option deutlich gestiegen: Beim High-End-Modell M3 Ultra kostete das Upgrade von 96 GB auf 256 GB bisher zusätzliche 1.600 US-Dollar, jetzt ist der Preis für das gleiche Upgrade auf 2.000 US-Dollar gestiegen.
TrendForce wies darauf hin, dass in dieser Runde von Komponentenpreiserhöhungen „erstklassige Marken“ mit engen Beziehungen zu Lieferanten und starker Verhandlungsmacht besser in der Lage sind, Kostenauswirkungen durch Skalen- und Vertragspreissperren abzufedern. Für Apple bedeutet dies, dass es trotz steigender Preise in der gesamten Branche weiterhin möglich ist, in einigen Preissegmenten eine relativ wettbewerbsfähige Produkt- und Gewinnstruktur aufrechtzuerhalten. Der Schritt zur Reduzierung der Upgrade-Optionen für Mac Studio zeigt jedoch auch, dass es für Apple trotz starker Kontrolle über die Lieferkette immer noch schwierig ist, dem systemischen Druck auf dem globalen Speicher- und Prozessormarkt vollständig zu entgehen.
Wenn die Speicher- und CPU-Preise im Jahr 2026 weiterhin auf hohem Niveau bleiben, müssen laut Brancheninsidern zahlreiche Mainstream-Modelle im Windows-Lager die Preise erhöhen, Konfigurationen reduzieren oder Produktlinien reduzieren, um dem Kostendruck standzuhalten. Apple hingegen könnte versuchen, die direkten Auswirkungen auf die Verkaufspreise der Endgeräte zu kontrollieren und gleichzeitig die Markenprämien aufrechtzuerhalten, indem es die Konfigurationsoptionen rationalisiert und die Preisniveaus neu aufteilt.