In einem kürzlichen Interview mit Lex Fridman äußerte der ehemalige Overwatch-Regisseur Jeff Kaplan sein Bedauern über das Spiel, das den Goldstandard für Helden-Shooter definierte. Er erklärte unverblümt, dass er, wenn heute ein Heldenschießspiel neu entwickelt würde, das Teamelement schwächen und mehr Wert auf den individuellen Beitrag legen würde, da die Spieler im Wesentlichen „egoistisch“ seien.

Der ehemalige „Overwatch“-Regisseur bedauert, dass das Spiel zu teamorientiert sei und die schlechtesten Spieler es zurückhalten

Kaplan glaubt, dass „Overwatch“ zu viel Wert auf Teamarbeit, ultimative Fähigkeitsverknüpfung und Aufstellungszusammensetzung legt. Obwohl dies damals die richtige Wahl war, brachte sie auch ein Problem mit sich: Der Ausgang des Spiels wird oft vom schlechtesten Spieler der Mannschaft und nicht vom besten Spieler bestimmt. Wenn es im Team einen „einsamen Wolf“ gibt, der sich weigert, den Helden zum Wohle des Teams zu wechseln, oder einen inkompetenten Tank oder Heiler, kann das gesamte Teamerlebnis sehr frustrierend werden.

Der ehemalige „Overwatch“-Regisseur bedauert, dass das Spiel zu teamorientiert sei und die schlechtesten Spieler es zurückhalten

Um dieses Problem zu vertuschen und das Teamwork-Gefühl zu stärken, wurde die Anzeige der Einzeldaten in der Anfangsphase des Spiels sogar bewusst abgeschwächt und die traditionelle Anzeigetafel durch ein „Medaillensystem“ ersetzt, erklärte er. Aber nach Ansicht von Kaplan war dieses System nicht erfolgreich, „weil die unterlegene Mannschaft auch die Medaille bekommen konnte und die unterlegene Mannschaft sie nutzen würde, um ihre Teamkollegen anzugreifen.“

Der ehemalige „Overwatch“-Regisseur bedauert, dass das Spiel zu teamorientiert sei und die schlechtesten Spieler es zurückhalten

Kaplan machte deutlich, dass sein Bedauern keine Leugnung der Errungenschaften von Overwatch war, sondern vielmehr eine Beobachtung der menschlichen Natur. Er sagte: „Wenn ich es heute noch einmal machen oder einem Helden-Shooter-Spielehersteller einen Rat geben würde, würde ich vorschlagen, den Teamfaktor tatsächlich zu schwächen und sich mehr auf den individuellen Beitrag zu konzentrieren. Denn so spielen Spieler, sie sind sehr ‚egoistisch‘. Ich sage das nicht in einem abfälligen Sinne, es ist einfach die unkontrollierbare Natur des Menschen.“

Der ehemalige „Overwatch“-Regisseur bedauert, dass das Spiel zu teamorientiert sei und die schlechtesten Spieler es zurückhalten

Er glaubt, dass spätere Entwickler diesen Rückblick nutzen könnten, um diese „Falle“ von vornherein zu vermeiden. Interessanterweise könnte dieser von ihm erwähnte Standpunkt auch erklären, warum „Overwatch“ später selbst auf einen 5v5-Modus umgestellt wurde, der den absoluten Einfluss eines einzelnen Spielers auf das Team in gewissem Maße abmilderte.