ASML, der weltweite Riese für Lithografiemaschinen, steht vor einer tiefgreifenden Personalkrise und verzeichnet gleichzeitig einen Jahresumsatzrekord von 32,7 Milliarden Euro.Seit der Ankündigung von 1.700 Entlassungen im Januar dieses Jahres sind mehrere Wochen vergangen, und im Unternehmen herrscht noch immer ein hohes Maß an Unsicherheit und Angst. Obwohl das Management hofft, bis zum 1. April eine Umstrukturierungsvereinbarung mit der Gewerkschaft zu treffen, um die Unruhen zu beenden, stellte die Gewerkschaft die Notwendigkeit der Entlassungen stark in Frage und wies darauf hin, dass dies im Widerspruch zum ehrgeizigen Expansionsplan des Unternehmens stehe, in den nächsten Jahren 20.000 neue Mitarbeiter einzustellen.
ASML startete seinen Umstrukturierungsplan gleichzeitig mit der Veröffentlichung seines Jahresfinanzberichts im Januar. Obwohl der Umsatz des Unternehmens ein Allzeithoch erreicht hat, hat sich das Management entschieden, die Führungsebenen der Technologie- und IT-Abteilungen zu verschlanken.Dem Plan zufolge konzentrieren sich die Entlassungen hauptsächlich auf die niederländische Zentrale, wo etwa 1.400 Stellen betroffen sind, und weitere 300 Stellen in den Vereinigten Staaten.
Ein ASML-Sprecher sagte, die aktuelle Unsicherheit habe dazu geführt, dass die interne Moral gelitten habe. Mitarbeiter sind im Allgemeinen verwirrt über ihre Situation und was diese für sie persönlich bedeutet. Das Unternehmen hat volles Verständnis für diese schwierige Situation, kann jedoch derzeit keine konkrete Antwort auf die Frage der Personalbindung geben, da der Umstrukturierungsplan noch nicht abgeschlossen ist.
ASML betonte, dass diese Anpassung darauf abzielt, den Anforderungen der Ingenieure an vorderster Front gerecht zu werden und den bürokratischen Aufwand zu reduzieren, und versprach, sein Bestes zu tun, um die Zahl der Zwangsentlassungen durch interne Versetzungen, insbesondere bei Ingenieurpositionen, zu minimieren, räumte jedoch ein, dass es unmöglich sei, den Verlust von Personal vollständig zu vermeiden.
Der Entlassungsplan stieß bei den wichtigsten niederländischen Gewerkschaften auf heftigen Widerstand.Gewerkschaftsvertreter sind der Ansicht, dass die Entlassungslogik der ASML im grundsätzlichen Widerspruch zu ihrer langfristigen Expansionsstrategie steht. Die Stadt Eindhoven im Süden der Niederlande hat kürzlich den Bebauungsplan für ASML zum Bau eines zweiten Fabrikgeländes genehmigt. Das Unternehmen plant, in den nächsten Jahren rund 20.000 Mitarbeiter einzustellen, um den weltweiten Bedarf an Chipproduktionskapazitäten zu decken.
Während die Frist am 1. April näher rückt, bleibt die Atmosphäre innerhalb der ASML angespannt. Einerseits ist das Unternehmen bestrebt, seine Organisation zu rationalisieren, um die Effizienz zu steigern, andererseits besteht die Gewerkschaft darauf, dass Entlassungen im Zusammenhang mit einer umfassenden Ausweitung der Personalbeschaffung unangemessen seien. Für die 1.700 potenziell betroffenen Mitarbeiter ist dieses Warten auf den nächsten Stiefel zu einer enormen psychischen Belastung geworden.
