Nvidias High-End-Grafikkarte GeForce RTX 5090 sorgte aufgrund des Problems der 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle kürzlich erneut für Aufmerksamkeit. Ein neu aufgedeckter Fall zeigt, dass die 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle einer RTX 5090 schwer verbrannt und explodiert ist. Es waren nicht nur keine physischen Rückstände auf dem Schnittstellenkörper zurückgeblieben, sondern auch ein großer Bereich der Leiterplatte im Bereich, in dem sich der Anschluss befand, war karbonisiert. Schließlich wurden der GPU-Kern und der gesamte Videospeicherchip vollständig beschädigt und die Grafikkarte verlor vollständig ihre Funktion.

Seit der Veröffentlichung der RTX-40-Serie wird der 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle häufig vorgeworfen, sie sei ein „Grafikkartenkiller“. Bisher konzentrierten sich ähnliche Probleme hauptsächlich auf den höheren Stromverbrauch der RTX 4090 und der neuesten RTX 5090. Diese Modelle verbrauchen typischerweise zwischen 450 und 600 Watt bei Volllast. Allerdings kam es auch bei der AMD RX 9070 XT, die eine ähnliche Schnittstelle nutzt, zu Burnout-Fällen, und der Stromverbrauch dieser Grafikkarte selbst ist nicht so gut wie bei den High-End-Modellen von Nvidia. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Problem nicht nur im Stromverbrauch selbst liegt, sondern auch, dass die Designfehler der Schnittstelle und der zugehörigen Netzteilspezifikationen nicht grundsätzlich behoben wurden.
Um die Sicherheit zu verbessern, hat die Industrie in den letzten Jahren eine neue Generation von 16-Pin-Stromversorgungsstandards einschließlich 12V-2x6 eingeführt und Stromversorgungsprodukte auf den Markt gebracht, die der ATX 3.1-Spezifikation entsprechen und angeblich über mehr Schutz- und Sicherheitsfunktionen verfügen. Hersteller von Netzteilen, Grafikkarten und Kabeln haben ebenfalls nach und nach aktualisierte Designlösungen bereitgestellt, um das Risiko einer Überhitzung und eines Zusammenbruchs der Schnittstelle zu verringern. Tatsächliche Fälle zeigen jedoch, dass das Problem immer noch häufig auftritt. Vor nicht allzu langer Zeit schmolz und brannte auch ein von ASUS auf den Markt gebrachtes Stromversorgungskabel, das etwa 50 US-Dollar kostete und als Mittel zur Verringerung des Risikos eines 16-Pin-Durchbrennens beworben wurde, was erneut Zweifel am Markt aufkommen ließ.

Der jüngste Vorfall kommt aus Vietnam. Eine Grafikkarten-Reparaturorganisation namens quyle.gpufix erhielt innerhalb kurzer Zeit zwei RTX 5090 zur Reparatur. Eine der Grafikkarten wurde vom Benutzer modifiziert, was zu anormalen Stromversorgungs- und Grafikkarten-Identifikationsproblemen und sogar zum Fehlen eines Videospeicherchips führte. Dem Wartungspersonal gelang es, die Grafikkarte durch Überarbeitung der Stromversorgungsleitungen und Austausch fehlender Komponenten wieder in den normalen Betriebszustand zu versetzen. Bei einer anderen RTX 5090, die zur Reparatur eingeschickt wurde, war die Situation deutlich ernster: Der Bereich der 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle explodierte heftig, die Schnittstelle wurde vollständig gesprengt, die umgebende Leiterplatte war großflächig verbrannt und die Kupferfolienschicht lag direkt frei. Das Ausmaß des Schadens war weitaus höher als in ähnlichen Fällen, die zuvor bekannt gegeben wurden.

Die Wartungsagentur wies darauf hin, dass nicht nur der Schnittstellenbereich dieser stark beschädigten RTX 5090 nicht repariert werden kann, sondern auch der Kern-GPU-Chip und die umgebenden Speicherpartikel durchgebrannt sind und mit herkömmlichen Mitteln nicht gerettet werden können. Die spezifische Konfiguration der Grafikkarte zum Zeitpunkt des Unfalls wurde noch nicht bekannt gegeben, einschließlich der Marke des Netzteils, der Stromversorgung, der Quelle der Stromversorgungskabel und der Gehäuseumgebung. Dies macht es für Außenstehende schwierig, die Unfallkette aus einem Einzelfall vollständig wiederherzustellen. Gemessen an der freiliegenden Kupferschicht und den großflächigen Ablationsspuren übersteigt der Grad des thermischen Durchgehens und der Deflagrationskraft dieses Unfalls jedoch bei weitem das lokale Schmelzphänomen, das durch Überhitzung oder schlechten Kontakt gewöhnlicher Grenzflächen verursacht wird.
Dieser Fall beweist einmal mehr, dass bei der RTX 5090 und anderen High-End-Grafikkarten, die mit einer 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle ausgestattet sind, bei extrem hohem Stromverbrauch und komplexen Stromversorgungsumgebungen immer noch ein hohes Burnout-Risiko besteht. Derzeit gibt es keine einheitliche Lösung, um dieses Problem auf Branchenebene vollständig zu lösen. In den meisten Bereichen können Benutzer mit verbrannten Schnittstellen oder beschädigten Grafikkarten über Hersteller oder Einzelhandelskanäle Ersatz oder Garantie beantragen. Ob sie jedoch erfolgreich genehmigt werden können, wird häufig von Faktoren wie regionalen Richtlinien und Einkaufskanälen beeinflusst. Für manche Anwender ist es sogar schwierig, einen optimalen After-Sales-Support zu erhalten.

Kürzlich berichteten der britische Medienclub Club386 und der Technologievideokünstler Daniel Owen auch über die Erfahrung ihrer RTX 5090 Founders Edition-Grafikkarte, die unter einer durchgebrannten 16-Pin-Schnittstelle litt, und rückten dieses Design erneut in den Vordergrund der öffentlichen Meinung. Derzeit betrachten viele Medien und technische Organisationen die 16-Pin-Stromversorgungsschnittstelle als Design mit strukturellen Mängeln und fordern eine vollständige Überprüfung des Stromversorgungsschnittstellenstandards in der neuen Generation von Hochleistungs-Grafikkartenprodukten. Gleichzeitig haben einige Organisationen Bedienungsanleitungen für normale Benutzer zum Anschließen von 16-poligen Stromversorgungskabeln herausgegeben, in denen der Schwerpunkt auf dem korrekten Ein- und Ausstecken, der Vermeidung übermäßiger Biegung und der Gewährleistung des vollständigen Sitzes der Drähte und Schnittstellen liegt, um die durch unsachgemäße manuelle Installation verursachten Risiken zu minimieren.