Microsoft-CEO Satya Nadella wurde am Mittwoch Ortszeit direkt von Wall-Street-Analysten gefragt, wie sich die überarbeitete Partnerschaft von Microsoft mit OpenAI auf die finanzielle Leistung des Unternehmens auswirken würde. Diesbezüglich sagte Nadella, dass diese neue Vereinbarung ein gutes Geschäft für alle Parteien sei und betonte, dass er bei der Partnerschaft stets auf die „Win-Win“-Struktur setzt, denn nur so könne die Partnerschaft langfristig aufrechterhalten werden.

Nadella wies darauf hin, dass Microsoft weiterhin das Recht behält, das geistige Eigentum von OpenAI, einschließlich seiner Modelle und Agentenprodukte, zu nutzen, Microsoft OpenAI jedoch im Gegensatz zu zuvor nicht mehr für diese Technologien bezahlen muss. Als er über die lizenzfreie Nutzung der fortschrittlichsten KI-Technologie von OpenAI bis 2032 durch Microsoft sprach, sagte Nadella, dass Microsoft über ein Spitzenmodell und entsprechende Zugriffsrechte auf geistiges Eigentum verfüge. Dieses Recht gilt bis 2032 und Microsoft „beabsichtigt, es voll auszuschöpfen“.
Zuvor gab es weit verbreitete Spekulationen darüber, dass Microsoft im Rahmen dieser neuen Vereinbarung keinen exklusiven Zugriff mehr auf die OpenAI-Technologie haben würde, was seinen Vorsprung im Bereich der künstlichen Intelligenz schwächen könnte. Gleichzeitig kündigte OpenAI auch schnell an, exklusive KI-Produkte mit Amazon, Microsofts größtem Konkurrenten im Bereich Cloud Computing, auf den Markt zu bringen, was die Marktdiskussionen über die Wettbewerbsposition von Microsoft weiter intensivierte.
Nadella ignorierte diese Bedenken jedoch. In seinem am Mittwoch veröffentlichten Finanzbericht – dem letzten Quartal, in dem die alte Vereinbarung vollständig in Kraft trat – gab Microsoft bekannt, dass der Jahresumsatz aus seinem KI-Geschäft 37 Milliarden US-Dollar überschritten hatte, was einer Steigerung von 123 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Zahl zeigt, dass das KI-Geschäft und das Cloud-Geschäft von Microsoft trotz veränderter Kooperationsmodelle weiterhin eine starke Wachstumsdynamik aufweisen.
Nadella sagte auch, dass Microsoft mit OpenAI immer noch auf andere Weise Einnahmen erzielen könne. Er sagte, dass OpenAI selbst ein wichtiger Kunde von Microsoft sei. Es wird nicht nur die AI-Beschleuniger-bezogenen Dienste von Microsoft nutzen, sondern auch andere Computerressourcen erwerben, sodass Microsoft hofft, ihm weiterhin qualitativ hochwertige Dienste anbieten zu können. Darüber hinaus ist Microsoft auch an OpenAI beteiligt. In dem Artikel wurde weiter darauf hingewiesen, dass der von Nadella genannte Wert sowohl die Zusage von OpenAI, mehr als 250 Milliarden US-Dollar an Microsoft-Cloud-Diensten zu kaufen, als auch den von Microsoft gehaltenen Anteil von 27 % an OpenAI umfasst.
Als er über die Bedürfnisse von Unternehmenskunden sprach, betonte Nadella, dass viele Unternehmen heute mehrere KI-Modelle gleichzeitig nutzen möchten, sodass die relative Bedeutung von OpenAI in der gesamten Branche, insbesondere im Unternehmensmarkt, nicht mehr so weit fortgeschritten sei wie in der Vergangenheit. Er sagte, dass Microsoft als sehr großer Cloud-Dienstleister die größte Auswahl an Modellen biete. Kunden können je nach Arbeitslast zwischen OpenAI, Anthropic, Open-Source-Modellen und anderen Lösungen wählen. Derzeit haben mehr als 10.000 Kunden mehr als ein Modell verwendet.
Der Bericht wies abschließend darauf hin, dass die Zukunft noch zeigen müsse, ob dieses neue Abkommen wirklich zu einer „Win-Win-Situation“ führen könne. Aber zumindest zum jetzigen Zeitpunkt liefert Microsoft weiterhin einen soliden Bericht über das Wachstum und die Gewinnentwicklung des Cloud-Geschäfts.