Solarbetriebene Autos lassen sich immer noch nur schwer in Massenproduktion herstellen, aber ein Hersteller hat einen realistischeren Weg aufgezeigt, indem er die Karosserie verkleinert und die Technologie von Elektrofahrrädern wiederverwendet hat. Obwohl sich Preis und Effizienz von Solarmodulen im Vergleich zur Vergangenheit erheblich verbessert haben, ist es immer noch schwierig, in Echtzeit genügend Energie zu erzeugen, um Langstreckenfahrten auf der begrenzten Karosseriefläche von Autos in Standardgröße zu ermöglichen, und die Energiedichte ist immer noch der größte Engpass. Eine Kompromisslösung bietet in diesem Zusammenhang ein aus Elektrofahrradkomponenten selbstgebautes Miniatur-Zweisitzer-Solarauto.

Anfang des Jahres baute YouTuber Simon Sörensen aus Teilen zweier E-Bikes ein kompaktes, zweisitziges, solarbetriebenes Auto. Anstatt eine komplette Automobilplattform von Grund auf zu entwickeln, entschied er sich dafür, das handelsübliche elektrische Fahrradgetriebesystem direkt wiederzuverwenden und um diese Komponenten herum eine leichte Karosserie zu bauen, wodurch die Kosten und die strukturelle Komplexität erheblich reduziert wurden. Dieser Ansatz ist auch förderlicher für die Verbesserung der Energienutzungseffizienz des Fahrzeugs unter der Voraussetzung eines begrenzten Solarenergieeintrags.

Der Antriebsstrang dieses Autos ist der auffälligste Teil des Fahrzeugs. Jedes Rad ist mit einem unabhängigen Radnabenmotor ausgestattet, wodurch eine unabhängige Vierrad-Antriebsstruktur entsteht. Die Kraft wird direkt an die Räder abgegeben, wodurch ein zentraler Motor und ein komplexer Übertragungsmechanismus im herkömmlichen Sinne überflüssig werden. „Das Coole an diesem Setup ist, dass ich an jedem Rad einen 1000-W-Nabenmotor verwende“, sagte Sörensen gegenüber SupercarBlondie. Dank dieser Anordnung kann das Fahrzeug je nach Steuerstrategie zwischen Frontantrieb, Hinterradantrieb und Allradantrieb wechseln.

Der aus Stahlrohren geschweißte Rahmen weist eine einfache Struktur und ausreichende Steifigkeit auf und kann das Gewicht von Batterien und Solarmodulen tragen. Das Lenksystem übernimmt das Ackermann-Lenkgeometriedesign, um sicherzustellen, dass jedes Rad bei Kurvenfahrten des Fahrzeugs ein angemessenes Winkelverhältnis beibehält. Dies ist besonders wichtig in einer Konfiguration, in der jedes Rad von einem unabhängigen Motor angetrieben wird, da sich der Unterschied im Drehmoment der verschiedenen Räder direkt auf die Fahrstabilität des Fahrzeugs auswirkt.

Die Stromversorgung des gesamten Fahrzeugs erfolgt durch eine Kombination aus Solarenergie und Batteriespeicher. Auf dem Dach sind drei leichte Solarpaneele angeordnet, die bei idealen Lichtverhältnissen eine maximale Stromerzeugungsleistung von ca. 300 Watt erbringen können. Dieser Strom wird in eine 48-Volt-Batterie eingespeist, die einspringt, wenn die Solarleistung nicht ausreicht. Wenn genügend Licht vorhanden ist, kann das Fahrzeug mit einer niedrigeren Geschwindigkeit fahren und den Batterieverbrauch minimieren.

In Bezug auf die Reichweite schätzt Sörensen, dass das Auto allein mit Solarenergie fast 20 Meilen weit fahren kann, bevor es stärker auf Batteriespeicherung angewiesen ist. Die spezifische Reichweite variiert je nach Wetter, Straßenbedingungen und Nutzung. „Das Auto hat eine Reichweite von etwa 50 Kilometern (ungefähr 31 Meilen), aber an einem sonnigen Tag könnten es bis zu 100 Kilometer (ungefähr 62 Meilen) sein“, fügte er hinzu. Diese Zahlen spiegeln eher die unterstützende Rolle von Solarmodulen bei der Verlängerung der Batterielebensdauer wider, als dass sie das externe Laden vollständig ersetzen.

Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs beträgt etwa 30 Meilen pro Stunde, was deutlich höher ist als die Geschwindigkeit eines gewöhnlichen Elektrofahrrads, aber niedriger als die eines herkömmlichen Straßenfahrzeugs, wodurch es näher an die Kategorie „Elektrofahrzeug für die Gemeinde“ heranreicht. Eine geringere Fahrzeuggeschwindigkeit bedeutet einen geringeren Energieverbrauch pro Zeiteinheit und macht außerdem den Beitrag des Solarsystems zur Energiestruktur des Fahrzeugs sichtbarer.

Dieses selbstgebaute Solarauto löst nicht grundsätzlich die physikalischen Einschränkungen von Solarautos in groß angelegten Transportanwendungen, demonstriert aber deutlich die Anpassungsfähigkeit der Technologie auf einer „kleinen und leichten“ Plattform. Durch die Kombination handelsüblicher elektrischer Komponenten mit Solarenergie in bescheidenem Umfang liefert das Projekt ein reales Beispiel für die Erweiterung der Reichweite von Elektrofahrzeugen, ohne vollständig auf Netzaufladung angewiesen zu sein.