Spirit Airlines bereitet sich darauf vor, den gesamten Flugbetrieb einzustellen. Die in Schwierigkeiten geratene Billigfluggesellschaft hatte gehofft, eine Rettungsleine der Regierung in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zu sichern, bevor ihr das Geld ausgeht. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, dass die Billigfluggesellschaft aufgrund unzureichender Einigkeit zwischen einigen Anleihegläubigern und der Regierung nicht in der Lage sei, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs erforderlichen Mittel zu beschaffen.

Spirit Airlines hat mit der Trump-Administration über ein Rettungspaket verhandelt: Die Regierung würde dem Unternehmen Kapital im Austausch gegen Optionsscheine zuführen, die künftig in bis zu 90 % des Eigenkapitals des Unternehmens umgewandelt werden könnten.
Allerdings gibt es innerhalb der Trump-Administration Meinungsverschiedenheiten darüber, ob und auf welche Weise gerettet werden soll. Gleichzeitig lehnen einige Anleihegläubiger von Spirit Airlines den Plan entschieden ab, da sie glauben, dass er ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen schadet.
Gleichzeitig stehen die Fluggesellschaften aufgrund der steigenden Ölpreise auch weiterhin unter Kostendruck.
Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, dass der Cashflow von Spirit Airlines nach dem Scheitern des staatlichen Rettungspakets bald erschöpft sei und dass begonnen wurde, Pläne zur Liquidierung von Flugzeugvermögen und zur vollständigen Einstellung des Betriebs voranzutreiben. Der genaue Zeitpunkt der Aussetzung steht noch nicht fest.
Spirit Airlines befindet sich seit anderthalb Jahren im Reorganisationsschutz nach Chapter 11.
Sein einst branchenveränderndes Geschäftsmodell – extrem niedrige Flugpreise und eine gesonderte Gebühr für fast alle Zusatzleistungen – sieht sich nun einem harten Branchenwettbewerb ausgesetzt. Jahrelange Verluste gepaart mit einer hohen Schuldenlast überforderten das Unternehmen schließlich.
Das Unternehmen hat sein Geschäft in den letzten Monaten deutlich reduziert: Obwohl es immer noch Tausende Mitarbeiter beschäftigt, hat es die Größe seiner Flotte reduziert und behält nur noch Routen zu seinen Kerndrehkreuzen wie Detroit, Orlando und Fort Lauderdale bei.
Um das Insolvenzverfahren hinauszuzögern, hat das Unternehmen den Ticketverkauf ganz normal fortgesetzt und in den letzten Tagen sogar stark vergünstigte Tickets auf den Markt gebracht.

Passagiere warten in der Schlange am Check-in-Schalter von Spirit Airlines am Orlando International Airport in Florida.
Spirit Airlines brachte das Ultra-Low-Cost-Airline-Modell im Jahr 2006 in die USA und folgte damit der Geschäftsstrategie von Ryanair in Europa.
Anfangs waren die amerikanischen Verbraucher äußerst angewidert von den zusätzlichen Gebühren für Trinkwasser und Bordkarten in Papierform, doch sie konnten der Versuchung günstiger Flugtickets dennoch nicht widerstehen.
Seitdem konnte Spirit Airlines eine schnelle Expansion und stabile Gewinne verzeichnen, und andere Fluggesellschaften sind diesem Beispiel gefolgt und haben dieses Geschäftsmodell nachgeahmt.
Vor weniger als fünf Jahren stand Spirit Airlines im Mittelpunkt eines Bieterkrieges zwischen Frontier Airlines und JetBlue Airways.
Damals entschied sich das Unternehmen für das höhere Angebot von JetBlue Airways und schloss eine Fusionsvereinbarung über 3,8 Milliarden US-Dollar ab.
Doch die Fusion scheiterte letztlich. Das US-Justizministerium reichte eine Klage dagegen ein und argumentierte, dass die Beibehaltung einer unabhängigen Spirit Airlines dem Marktwettbewerb und preisbewussten Reisenden zuträglicher wäre.
Im Jahr 2024 entschied ein Bundesrichter zugunsten des Justizministeriums und stoppte die Fusion offiziell.

Ein Flugzeug der Spirit Airlines hebt unter blauem Himmel und weißen Wolken am Fort Lauderdale-Hollywood International Airport in Florida ab.
Nachdem die Fusion gescheitert war, hatte Spirit Airlines Schwierigkeiten, alleine zu operieren.
Das Unternehmen beantragte im vergangenen August erneut Insolvenzschutz nach Kapitel 11, nur wenige Monate nachdem es aus einem früheren Insolvenzverfahren hervorgegangen war. Seitdem rationalisiert das Unternehmen seine Abläufe, verkauft Flugzeuge und erhöht die Fahrpreise, in der Hoffnung, nach Verschlankung und Umstrukturierung wieder auf die Beine zu kommen.
Der Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschärfte die Schwierigkeiten des Unternehmens weiter: Der Preis für Flugkerosin verdoppelte sich innerhalb weniger Wochen, was die Konkurssanierungsvereinbarung zwischen Spirit Airlines und ihren Gläubigern direkt zunichte machte.