Matt Garman, CEO von Amazon Cloud Computing Services (AWS), erklärte kürzlich, dass Software-Ingenieure für Amazon immer noch von entscheidender Bedeutung sind und die Nachfrage des Unternehmens nach Talenten in der Softwareentwicklung nicht nur nicht zurückgegangen ist, sondern sogar zunimmt. Er gab bekannt, dass Amazon plant, im Jahr 2026 etwa 11.000 Praktikanten als Software Development Engineer (SDE) einzustellen. Ein Amazon-Sprecher sagte, dass diese Größenordnung in etwa dem Niveau der letzten Jahre entspreche.

Garman machte diese Bemerkungen bei der Veranstaltung „What’s Next with AWS“, die am Dienstag stattfand. Er sagte, dass Amazon zwar weiterhin Entwickler in großer Zahl einstellt, obwohl Tools der künstlichen Intelligenz die Art und Weise, wie Software entwickelt wird, weiter verändern. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir bei Amazon nicht weniger Softwareentwickler einstellen als in der Vergangenheit“, sagte er. „Tatsächlich glaube ich, dass die Nachfrage wirklich zunimmt.“
Während die Debatte darüber, ob KI Programmierer beeinflussen oder sogar ersetzen wird, immer hitziger wird, hat Garman Vorbehalte. Er ist nicht der Meinung, dass KI die Arbeitsplätze im Software-Engineering in großem Umfang dezimieren wird, räumt jedoch ein, dass sich die Rolle der Ingenieure verändert, da neue Tools Teile der Arbeit automatisieren. Er sagte, dass die Fähigkeit, „einen Teil Java-Code kompetent von Hand schreiben zu können“, in Zukunft weniger wertvoll sein wird als noch vor einigen Jahren.
Seiner Ansicht nach sind umfassendere Fähigkeiten wichtiger, etwa das Erstellen vollständiger Anwendungen, das Verstehen und Lösen von Kundenproblemen usw. Gleichzeitig betonte er, dass die Kenntnis der zugrunde liegenden Technologie nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Kunden, die Cloud-Dienste nutzen. Dieses technische Verständnis ist unabdingbar.
Im Gegensatz zu Garmans relativ optimistischer Haltung haben einige Technologieführer kürzlich stärkere Warnungen vor den Auswirkungen von KI-Codierungstools herausgegeben. Seit Ende 2025 führen Unternehmen wie Anthropic Tools ein, mit denen sich Code innerhalb von Minuten generieren lässt. Im Februar sagte der Erfinder von Claude Code, Boris Cherny, dass die Berufsbezeichnung „Software-Ingenieur“ irgendwann „verschwinden“ könnte. Auch Martin Casado, Partner bei Andreessen Horowitz, sagte, dass dieser Bereich durch KI als „Disziplin“ gestört werde.
Garman hat sich zuvor gegen radikalere Ansichten gewehrt. Im vergangenen August nannte er die Idee, Nachwuchskräfte durch KI zu ersetzen, „eines der dümmsten Dinge, die ich je gehört habe.“ Die Ankündigung von Amazon, in großem Umfang Praktikanten in der Softwareentwicklung einzustellen, fällt mit Entlassungen in mehreren Geschäftsbereichen des Unternehmens zusammen, darunter etwa 16.000 Mitarbeiter Anfang des Jahres. Das Unternehmen betonte, dass diese Entlassungsrunde nicht in erster Linie durch KI vorangetrieben wurde.
Ein Amazon-Sprecher sagte gegenüber Business Insider: „Amazon hat das Praktikumsprogramm immer als eine wichtige Möglichkeit angesehen, die nächste Generation von Führungskräften und Bauunternehmern zu entdecken.“ Er fügte hinzu, dass das Unternehmen dem Plan zufolge im Jahr 2026 weltweit mehr als 11.000 Praktikanten in der Softwareentwicklung und Vollzeit-Softwareentwicklungsingenieure im Berufseinstieg begrüßen werde.