Als Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Trump, die Zölle auf EU-Autos zu erhöhen, die in die USA exportiert werden, sagten viele deutsche Wirtschaftsexperten am 2. Mai Ortszeit, dass die entsprechenden Maßnahmen, sobald sie umgesetzt würden, erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und Automobilindustrie haben könnten.

Da Deutschland einen relativ hohen Anteil an den gesamten Automobilexporten der EU in die Vereinigten Staaten ausmacht, gehen einige Experten davon aus, dass der Plan der USA, die Zölle auf in die Vereinigten Staaten exportierte EU-Automobile zu erhöhen, besonders deutliche Auswirkungen auf die deutsche verarbeitende Industrie haben wird. Ferdinand Dudenhöfer, Leiter des Deutschen Zentrums für Automobilforschung, sagte, dass der Umfang der Automobilexporte aus anderen europäischen Ländern in die USA relativ begrenzt sei, so dass die entsprechenden Maßnahmen möglicherweise konzentriertere Auswirkungen auf deutsche Unternehmen hätten.
Moritz Schularik, Direktor des Kieler Instituts für Weltwirtschaft in Deutschland, sagte unumwunden, dass die Zollmaßnahmen im Falle einer Umsetzung „erhebliche Auswirkungen“ auf die deutsche Wirtschaft haben würden. Handelsexperten der Agentur gehen davon aus, dass entsprechende politische Maßnahmen dazu führen könnten, dass die reale Wirtschaftsleistung Deutschlands um etwa 0,3 % zurückgeht, was die ohnehin schon langsam wachsende Wirtschaft weiter belasten wird.
Hildegard Müller, Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie, glaubt, dass die US-Maßnahmen eine „neue schwere Belastung“ für die entsprechenden Beziehungen darstellen werden und fordert alle Parteien auf, sich an bestehende Handelsvereinbarungen zu halten.
Darüber hinaus wiesen einige Ökonomen darauf hin, dass die US-Zollpolitik als Druckinstrument eingesetzt werden könnte. Laut Marcel Fratzscher, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, sollte Europa eine entschiedenere Haltung einnehmen und „dürfe nicht unter Druck gesetzt werden“, sonst würden die Kosten für die europäische Wirtschaft, insbesondere für die deutschen Exportunternehmen, weiter steigen.
US-Präsident Trump veröffentlichte am 1. Mai in den sozialen Medien, dass die USA nächste Woche die Einfuhrzölle auf EU-Autos erhöhen werden, die in die USA exportiert werden, weil die EU ihr bilaterales Handelsabkommen mit den USA nicht eingehalten hat. Trump sagte, dass die Zölle auf EU-Autos, die in die USA exportiert werden, auf 25 % erhöht werden. Würden diese Autos in den USA produziert, gäbe es keine Zölle.