NVIDIA gibt sich nicht mehr damit zufrieden, den globalen Markt für GPU-Rechenzentren zu dominieren. Das Unternehmen erklärte, dass es nun das Ziel habe, der weltweit führende CPU-Anbieter zu werden. Finanzvorstand Colette Kress gab die Neuigkeiten während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals von Nvidia am Donnerstag bekannt. Sie sagte, dass der CPU-Markt einen adressierbaren Gesamtmarkt von 200 Milliarden US-Dollar darstelle und Nvidia noch nie zuvor in diesem Bereich tätig gewesen sei.

Laut Kress erwartet das Unternehmen nun, dass der Umsatz mit eigenständigen CPUs in diesem Jahr fast 20 Milliarden US-Dollar betragen wird, wobei alle großen Hyperscaler und Systemhersteller mit Nvidia zusammenarbeiten, um diese Chips einzusetzen.

Jensen Huang, CEO von NVIDIA, sagte bei der Telefonkonferenz: „Die Welt baut die Computerarchitektur für agentenbasierte KI und robotische physische KI neu auf. NVIDIA steht im Zentrum dieser Veränderungen.“

Grafikprozessoren (GPUs) machen NVIDIA mit ihrer Fähigkeit, KI-Modelle zu trainieren und auszuführen, zu dem, was es heute ist. Da KI-Agenten jedoch immer beliebter werden, werden Zentraleinheiten (CPUs) schnell zu einem unverzichtbaren Bestandteil von KI-Rechenzentren.

Stellen Sie sich KI-Agenten als halb- und vollständig autonome digitale Assistenten vor, die Aufgaben wie das Sortieren von E-Mails, das Surfen im Internet und die Verwaltung von Dateien ausführen können. Die GPU ist für die Ausführung des eigentlichen KI-Modells verantwortlich, und der KI-Agent ist darauf angewiesen, dass die CPU diese Vorgänge in Ihrem Namen ausführt.

Nvidia bietet seit Jahren eigene CPUs an und paart diese hauptsächlich mit GPUs für KI-Server. Der GB300-Chip des Unternehmens besteht aus einer Grace-CPU und zwei Blackwell-Ultra-GPUs. Ebenso besteht der Superchip Vera Rubin der nächsten Generation aus einer Vera-CPU und einer Rubin-GPU.

Im März dieses Jahres kündigte Nvidia an, dass es die erste Charge von reinen CPU-Grace-Servern an Meta liefern werde, mit Plänen, im Jahr 2027 reine Vera-Server bereitzustellen.

Huang Renxun sagte: „Wir werden mehr CPUs brauchen. Vera ist als Agent-KI-CPU konzipiert.“

Die Begeisterung für CPUs kam besonders Intel zugute und ließ die Aktie seit Jahresbeginn um 222 % steigen. Allerdings ist das Unternehmen immer noch mit Ressourcenengpässen konfrontiert, da die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt.

Auch Nvidia-Konkurrent AMD wies in seinem jüngsten Finanzbericht auf eine erhöhte CPU-Nachfrage hin. Das Unternehmen gab an, dass seine EPYC-CPUs und Instinct-GPUs dazu beigetragen haben, einen Umsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar zu erzielen, was einer Steigerung von 57 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.