Langstreckenflüge über den Pazifik, die mehr als zehn Stunden dauern können, sind immer anstrengend undEs wird erwartet, dass Japans neuester Hyperschallmotor die Art des Fernreisens völlig verändern wird. Künftig wird der Flug von Tokio, Japan, nach Los Angeles, USA, nur noch zwei Stunden dauern.Die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) hat in Zusammenarbeit mit einer Reihe namhafter Universitäten den Bodenverbrennungstest des Staustrahltriebwerks abgeschlossen.Dieses Triebwerk wurde speziell für Mach 5-Überschallflugzeuge entwickelt und kann das Flugzeug dabei unterstützen, die fünffache Schallgeschwindigkeit zu erreichen, also über 6.000 Kilometer pro Stunde.
Derzeit liegt die Geschwindigkeit von Flugzeugen der Zivilluftfahrt im Allgemeinen bei 900 Kilometern pro Stunde und kann nicht mit Überschallgeschwindigkeit fliegen, da Überschallgeschwindigkeiten Überschallknalle erzeugen, der Treibstoffverbrauch in die Höhe schnellen wird und die Rumpfstruktur neu gestaltet werden muss, was Sicherheit und Komfort erschwert.
Dieser Test wurde in einem professionellen Luft- und Raumfahrtzentrum durchgeführt und simulierte einen Flugzustand mit fünffacher Schallgeschwindigkeit. Der Schwerpunkt lag auf der Überprüfung der stabilen Leistung der Rumpfisolierung, der Steuerstruktur und des Triebwerks in extremen Umgebungen.
Der Aufbau des Staustrahltriebwerks ist etwas ganz Besonderes. Es verfügt nicht über die rotierenden Teile eines herkömmlichen Motors. Dabei rast das Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit vorwärts, drückt die Luft direkt in den Rumpf und verbrennt den gemischten Treibstoff, um Schub zu erzeugen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung ist deutlich höher als bei gewöhnlichen Triebwerken der Zivilluftfahrt, allerdings lässt es sich nicht sofort starten und muss auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt werden, bevor es richtig funktionieren kann.
Der Test simulierte eine Umgebung in einer Höhe von 25 Kilometern, in der die Luft sehr dünn ist und die Temperatur an der Rumpfvorderseite bei Hochgeschwindigkeitsflügen über 1.000 Grad Celsius betragen kann. Das Forschungs- und Entwicklungsteam hat ein fortschrittliches Wärmeisolationsschutzsystem entwickelt, das die Innentemperatur des Rumpfes auf einem normalen Niveau halten und den stabilen Betrieb der elektronischen Bordausrüstung gewährleisten kann. Gleichzeitig werden mithilfe von Sensoren die Temperaturverteilung des Rumpfes erfasst und Daten für die spätere Forschung und Entwicklung bemannter Passagierflugzeuge gesammelt.
Derzeit handelt es sich nur um einen Bodenmodelltest, von einem echten Testflug ist man aber noch weit entfernt. Als nächstes ist geplant, die Testmaschine auf einer Höhenforschungsrakete zu montieren, um einen echten Flugtest mit fünffacher Schallgeschwindigkeit durchzuführen.
Wenn nachfolgende Technologien und Vorschriften erfolgreich umgesetzt werden, strebt JAXA an, in den 2040er Jahren kommerzielle bemannte Überschallflugdienste zu ermöglichen.
Bis dahin kann der Flug von Tokio nach Los Angeles direkt von derzeit zehn Stunden auf zwei Stunden verkürzt werden. Langstreckenreisen über den Pazifik werden voraussichtlich zu täglichen Kurzstreckenreisen werden und das Muster des Langstreckenflugverkehrs völlig neu definieren.
