In der Demokratischen Republik Kongo könnte Ebola bislang mehr als 200 Menschen das Leben gekostet haben. Gewalt, Misstrauen und ein überlastetes Überwachungssystem im konfliktreichen Osten des Landes erschweren die Bemühungen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntagabend wurden in 11 Gesundheitsbezirken in drei östlichen Provinzen mehr als 900 Verdachtsfälle gemeldet. Regionale Daten zeigen, dass die Gesamtzahl der mutmaßlichen Todesfälle mit Stand vom 23. Mai 210 erreicht hat.

Die Epidemie hat die Schwierigkeiten bei der Ebola-Prävention und -Kontrolle in einer der instabilsten Regionen der Welt deutlich gemacht. Teile der Region werden von bewaffneten Gruppen kontrolliert, das Gesundheitssystem ist fragil und Behandlungszentren werden häufig angegriffen, was die Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie ernsthaft beeinträchtigt. Daten des Gesundheitsministeriums zeigen, dass das medizinische Personal an einem einzigen Tag nur etwa 20 % der identifizierten engen Kontaktpersonen ausfindig machen kann.

„Gewalt zwingt Menschen zur Flucht, darunter auch Gesundheits- und humanitäre Helfer“, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonntag in den sozialen Medien. „Dies erschwert die Ausweitung der Ebola-Kontaktverfolgung erheblich und erschwert die rechtzeitige Erkennung von Infektionsfällen und die Bereitstellung unterstützender Behandlung.“

Jean Kaseya, Generaldirektor der Africa Centers for Disease Control and Prevention, sagte am Sonntag, dass zehn afrikanische Länder aufgrund der hohen regionalen Mobilität und unzureichenden Überwachungs- und Diagnosemöglichkeiten als von der Epidemie bedroht eingestuft wurden.