Angesichts der Knappheit des Speicherangebots und der steigenden Preise erlebt die PC-Branche ein seltenes „Umkehr“-Phänomen, und viele Hersteller erhöhen ihre Investitionen wieder in die Produktion von DDR4-Speicher und älteren Motherboards. Laut Nachrichten von Computex 2026 haben einige Plattformhersteller, die bereits vollständig auf DDR5 umgestiegen waren, damit begonnen, die Unterstützung für DDR4 und seine unterstützenden Plattformen wiederherzustellen oder sogar zu erweitern, um der wiederkehrenden Nachfrage des Marktes nach „ausgereiften Plattformen“ gerecht zu werden.

Mehrere Hersteller von Motherboards und Speichermodulen gaben gegenüber Branchenmedien bekannt, dass der Preis für DDR5-Speicher aufgrund des gravierenden Mangels an DRAM- und NAND-Flash-Speichern im vergangenen Jahr stark gestiegen ist und deutlich über die Erschwinglichkeit für normale Verbraucher hinausgeht, was den Markt dazu zwingt, wieder die relativ „alte“ DDR4-Plattform zu bevorzugen. Derzeit haben mehr als sechs Motherboard- und Speicherhersteller erklärt, dass sie ihre Produktionslinien auf Motherboards und Speicherprodukte umstellen, die DDR4 unterstützen. Einige von ihnen sagten, dass die Verkäufe ihrer zugehörigen Produkte im letzten Quartal ein zweistelliges prozentuales Wachstum erzielt hätten. Da Hochfrequenz-DDR4-Produkte jedoch schon lange nicht mehr hergestellt werden, basiert die neue Generation von DDR4-Speichern hauptsächlich auf DDR4-3600-Spezifikationen, und es ist schwierig, Versionen mit höherer Geschwindigkeit zu finden.
Die dramatischen Schwankungen der Speicherpreise sind hauptsächlich auf den starken Kauf von High-End-DRAM und NAND durch globale Rechenzentren und den Aufbau von Rechenleistung für künstliche Intelligenz zurückzuführen. Daten der Preisüberwachungsplattform zeigen, dass der Preis für ein Paar DDR4-Speichermodule derzeit bei knapp 200 US-Dollar liegt, verglichen mit knapp über 50 US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum stieg der Durchschnittspreis für DDR5-Dual-Strip-Kits von etwa 100 US-Dollar auf über 400 US-Dollar, was dazu führte, dass Verbraucher, die noch keinen DDR5-Speicher besaßen, noch weniger bereit waren, zusätzliche neue Motherboards und neue CPUs zu kaufen. Der rückläufige Trend bei den Motherboard- und Prozessorverkäufen spiegelt sich auch in öffentlichen Daten wider und bestätigt die Tatsache, dass der PC-Hardware-Update-Zyklus „rückwärts läuft“.
Vor diesem Hintergrund haben einige Chiphersteller begonnen, ihre Produktstrategien anzupassen und den Marktdruck durch „Reshoring“ alter Plattformen zu mildern. AMD gab auf der Computex bekannt, dass es weiterhin die AM4-Schnittstelle der vorherigen Generation unterstützen und die Produktion seines hochgelobten vier Jahre alten Produkts Ryzen 7 5800X3D wieder aufnehmen wird, um den zehnten Jahrestag der AM4-Plattform zu feiern. Die Wiederveröffentlichung dieses Prozessors ist für den 25. Juni mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 349 US-Dollar geplant. Es soll einen kostengünstigen Upgrade-Pfad für Benutzer bieten, die die Kombination von DDR4 und AM4 fortsetzen möchten.
Der Anstieg der Grafikspeicherpreise hat sich auch auf den Grafikkartenmarkt ausgewirkt und die Hersteller gezwungen, durch die „Rückgabe alter Karten“ einen Preisausgleich zu finden. Berichten zufolge hat NVIDIA die 12-GB-Version der RTX 3060-Grafikkarte auf dem chinesischen Markt neu auf den Markt gebracht, die ursprünglich vor fünf Jahren eingeführt wurde, um der starken Nachfrage nach unabhängigen Grafikkarten der Mittelklasse und der Einstiegsklasse gerecht zu werden. Gleichzeitig sind aufgrund der gestiegenen Gesamtspeicherkosten wieder Einsteiger-Laptops mit nur 8 GB Systemspeicher auf den Markt gekommen. Diese Spezifikation wurde nach und nach als „unter der Startlinie“ angesehen.
Obwohl sich die Industriekette „selbstrettet“, indem sie die Lebensdauer alter Plattformen verlängert und die Produktion klassischer Modelle wieder aufnimmt, sind Branchenorganisationen hinsichtlich der Gesamtauslieferungssituation in diesem Jahr immer noch pessimistisch. Die neuesten Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC zeigen, dass die weltweiten PC-Lieferungen im Jahr 2026 im Laufe des Jahres um etwa 20 % zurückgehen könnten. Einer der Hauptgründe ist, dass High-End-DRAM-Ressourcen von KI-Rechenzentren stark beansprucht werden, wodurch das verfügbare Angebot an Terminal-Hardware für Endverbraucher knapp wird. Der Smartphone-Markt blieb nicht verschont. Relevante Statistiken zeigen, dass die Auslieferungen des Unternehmens den größten Rückgang seit 2013 verzeichneten, was die Auswirkungen der Speicherkrise auf den gesamten Bereich der Unterhaltungselektronik widerspiegelt.
Analysten gehen davon aus, dass dieses durch den Aufbau der KI-Infrastruktur verursachte Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage von Arbeitsspeicher und Flash-Speicher noch lange Zeit Auswirkungen auf die Ökologie von PCs und Mobilgeräten haben wird. Der aktuelle Kompromiss der „Rückgabe“ von DDR4, alten Mainboards, alten CPUs und Grafikkarten beruht eher auf praktischen Überlegungen zur kurzfristigen Marktstabilität als auf langfristigen Anpassungen der technischen Route. Einschlägige Prognosen deuten darauf hin, dass die Speicher- und Speicherpreise in den nächsten Jahren relativ hoch bleiben werden und es mindestens 2028 dauern wird, bis sich die Industriestruktur mit der Freigabe neuer Produktionskapazitäten und Veränderungen in der Nachfragestruktur allmählich wieder normalisiert.