Das US-Pentagon hat kürzlich Alibaba, Baidu, BYD und das Robotikunternehmen Unitree in eine Liste von Unternehmen aufgenommen, denen vorgeworfen wird, „das chinesische Militär zu unterstützen“. Dies bedeutet, dass das US-Verteidigungsministerium die Geschäftsbeziehungen zwischen US-Unternehmen und den oben genannten Unternehmen weiter verschärfen könnte, was auch als ein weiteres Signal für erhöhte Spannungen zwischen der US-amerikanischen und der chinesischen Regierung gewertet wird.

Diese Liste wird als „1260H-Liste“ bezeichnet. Der Name stammt von den spezifischen Bestimmungen, die diesen Mechanismus im US-amerikanischen National Defense Authorization Act für das Geschäftsjahr 2021 festlegen. Er gilt als eines der Instrumente der Vereinigten Staaten, um restriktive Maßnahmen gegen Chinas Technologieindustrie umzusetzen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump während seiner beiden Amtszeiten wiederholt Zölle eingesetzt, um wirtschaftlichen Druck auf China auszuüben, unter anderem durch die Einführung von 100-prozentigen Zöllen auf aus China importierte Elektrofahrzeuge.

Die aktualisierte 1260H-Liste wurde im Februar dieses Jahres kurzzeitig im Bundesregister veröffentlicht, dann ohne Begründung entfernt und wird nun erneut veröffentlicht. Bloomberg berichtete, dass die Liste kurzzeitig aufgetaucht und offengelegt worden sei.

Mit dieser Anpassung wurden die meisten der führenden Unternehmen für künstliche Intelligenz in China in die Liste aufgenommen, darunter auch Tencent, das letztes Jahr hinzugefügt wurde. Gleichzeitig erklärte Trump kürzlich öffentlich, dass er darüber nachdenke, ob die Vereinigten Staaten Anteile an den führenden Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz des Landes halten und damit weiter in die Wettbewerbslandschaft in diesem Bereich eingreifen sollten.

Nach dem neuesten Update umfasst die 1260H-Liste derzeit 188 Unternehmen. Zu den in diesem Jahr neu hinzugekommenen Unternehmen zählen neben BYD auch Unternehmen mit Bezug zur Automobilindustrie wie der chinesische Elektrofahrzeughersteller Nio, das Batterieunternehmen CALB Group und EVE Energy. Robosense, Chinas führender Lidar-Hersteller, steht dieses Mal ebenfalls auf der Liste, und sein Konkurrent Hesai Technology stand bereits zuvor auf der Liste. Baidu gilt als wichtiger Akteur in Chinas autonomer Fahrtechnologie und ist auch zu einem der neuen Ziele geworden.

In dem Bericht wurde darauf hingewiesen, dass die US-Regierung mit der schrittweisen Einbeziehung dieser großen Plattformunternehmen, Unternehmen für neue Energiefahrzeuge sowie Sensor- und Roboterunternehmen in Zukunft möglicherweise restriktivere Maßnahmen in Bezug auf Investitionsbeschränkungen, Exportkontrollen, staatliches Beschaffungswesen und die Zusammenarbeit mit US-Unternehmen einführen wird. Alibaba, Baidu, BYD, NIO und Sagitar Jutron hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf Anfragen nach Kommentaren geantwortet.