PlayStation betrieb einst einen Video-on-Demand-Dienst, der es Nutzern ermöglichte, Filme zu kaufen und auszuleihen, aber aufgrund „Änderungen im Nutzerverhalten“ wurde der Dienst im Jahr 2021 offiziell eingestellt. Um es ganz klar auszudrücken: Da Streaming-Medien zum Mainstream geworden sind und die digitalen Verkäufe eingebrochen sind, ist das Geschäft unrentabel geworden. Sony versprach den Nutzern damals, dass die gekauften Inhalte weiterhin normal angeschaut werden könnten, gekauft habe man aber nie den Film selbst, sondern eine Abspiellizenz.

Digitales Zeitalter? PlayStation entfernt 500 gekaufte Filme von Benutzerkonten

Jetzt liegt endlich die grausame Realität in den Einzelheiten dieser Vereinbarung auf dem Tisch. PlayStation gab bekannt, dass 551 Filme aufgrund des Auslaufens der Vertriebsverträge ab dem 1. September dauerhaft von den Benutzerkonten entfernt werden. Sony erklärte: „Sie können zuvor gekaufte StudioCanal-Inhalte nicht mehr ansehen und die zugehörigen Videos werden aus Ihrer Videobibliothek entfernt.“

Ohne Rückerstattung wurden mehr als 500 Videos aus den Mediatheken der Verbraucher gelöscht. Zu den betroffenen Filmen gehören klassische Horrorfilme wie „The Evil Dead“, ikonische Science-Fiction-Filme wie „The Terminator“ und zeitlose Komödien wie „Hot Fuzz“ – solange Sie sie über PlayStation gekauft haben, können Sie sie in Zukunft nicht mehr ansehen.

Dieser Vorfall ist ein schwerer Schlag gegen das digitale Medienmodell und sollte als Weckruf dienen. Derzeit drängen Hersteller wie Sony auf rein digitale Konsolen ohne optische Laufwerke und verkaufen optische Laufwerke als separates Zubehör; während Branchenriesen wie Rockstar und Take-Two Interactive ebenfalls komplett auf physische Discs verzichten und sich stattdessen „Box-Download-Codes“ zuwenden. „GTA 6“ ist ein typisches Beispiel.

Sie besitzen den digitalen Inhalt nicht wirklich. Wie in der „Steam-Benutzervereinbarung“ – die auch die allgemeinen Bedingungen der meisten digitalen Shops ist – angegeben ist, handelt es sich bei allen Käufen im Wesentlichen um eine „nicht-exklusive Lizenz“ und kann von der Plattform jederzeit ohne Entschädigung widerrufen werden. Der eingestellte Videodienst von PlayStation ist ein lebendiges Beispiel. Aus diesem Grund sind physische Medien so wichtig. Es geht um echtes Eigentum und die Bewahrung von Inhalten.

Schließlich würde Sony niemanden schicken, der mit einem Schläger in Ihr Haus einbricht und Ihre Blu-ray-Discs zerschmettert. Natürlich gibt es auch viele Publisher, wie zum Beispiel Ubisoft, die vorschreiben, dass Nutzer bei einer Einstellung des Spiels „das Produkt deinstallieren und alle Kopien vernichten“ müssen. Wenn Sie eine physische Version haben, können Sie diese Anforderung zum Glück völlig ignorieren: Es wird niemand kommen, um zu überprüfen, ob Sie Ihre „The Crew“-Scheibe wirklich zerschlagen haben.

Von Verbrauchern initiierte Bewegungen wie „Stop Killing Games“ versuchen, Eigentumsprobleme in einem zunehmend digitalen Branchenumfeld anzugehen, insbesondere da die Verwaltung digitaler Rechte immer beliebter wird – selbst eigenständige Spiele müssen zum Ausführen mit dem Internet verbunden sein. Vorbei sind die Zeiten, in denen man einfach eine Kassette einstecken, sie einschalten und abspielen konnte. Dreißig Jahre später könnte man dieselbe Kassette an die Konsole anschließen und immer noch spielen. Vorbei sind die Zeiten.

Doch obwohl die Kampagne mehr als eine Million Petitionen mit echtem Namen gesammelt hat, hatte sie in der EU wenig Erfolg. Die Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass sie „keine Gesetze erlassen kann, um Spiele dazu zu zwingen, weiterhin spielbar zu bleiben, nachdem der kommerzielle Betrieb eingestellt wurde“.

Das digitale Modell ist eindeutig die Zukunft der Gaming-Industrie, die den gleichen Weg wie die Musikindustrie geht, aber die einschlägige Gesetzgebung hält bei weitem nicht mit. Der Verzicht auf physische Medien bedeutet vorerst, diese Praktiken, die den Verbraucherrechten schaden, vollständig zu akzeptieren und auch dazu zu führen, dass eine große Menge historischer Inhalte in der Spielebranche gelöscht wird – sei es der Ablauf von Lizenzen, der dazu führt, dass Werke aus den Regalen entfernt werden, Ladenschließungen, die digitale Exklusivinhalte vollständig verschwinden lassen, oder Serverausfälle. Die heutige Nachricht, dass mehr als 500 Filme aus der Benutzerbibliothek gelöscht wurden, sollte eine Warnung für alle sein: In der Zukunft des digitalen Eigentums wird es möglicherweise überhaupt kein sogenanntes Eigentum mehr geben.