In einer Fernsehsendung am Donnerstag standen Tesla-Investor Ross Gerber und Gordon Johnson, der pessimistischste Analyst der Aktie, im Mittelpunkt, um deutlich unterschiedliche Ansichten über den Elektroautogiganten zu äußern und eine hitzige Debatte darüber zu führen, ob Teslas größter Rivale BYD in den US-Markt eintreten sollte.


Ross Gerber ist CEO von Gerber Kawasaki Wealth Management und hält einen Anteil an Tesla im Wert von rund 100 Millionen US-Dollar. „Ich denke, BYD ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, wahrscheinlich eines der besten Unternehmen in China … aber es stellt keine Bedrohung für Tesla dar“, sagte er.

Gerber glaubt, dass die beiden Unternehmen keine gegenseitige Bedrohung darstellen. Ihre gemeinsamen Feinde sind traditionelle Automobilhersteller wie Ford, BMW und Volkswagen.

„Ich denke, dass es sich um sehr komplementäre Unternehmen handelt“, sagte Gerber. „Sie sind sich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich und beide sind großartige Unternehmen.“

Aber Johnson war anderer Meinung als Gerber, der CEO von GLJ Research ist und vorhergesagt hat, dass der Aktienkurs von Tesla auf 23 US-Dollar fallen wird.

„Was jetzt passiert, ist, dass sich die Verbraucher von Tesla entfernen“, heißt es in dem Tesla-Kurzfilm und fügt hinzu, dass Teslas Autos unzuverlässig und unsicher seien.

Die beiden Analysten haben nicht nur unterschiedliche Ansichten zu Tesla, sondern auch zum chinesischen Elektroautohersteller. Gerber ist der Meinung, dass BYD in den US-Markt eintreten und mit Tesla und anderen Unternehmen konkurrieren darf, während Johnson der Meinung ist, dass dies nicht der Fall sein sollte.

Wenn BYD in den US-Markt einsteigt, wird die größte Herausforderung laut Gerber die Zurückhaltung der US-Verbraucher beim Kauf chinesischer Autos sein.

Johnson ist der Ansicht, dass es für US-Autohersteller unfair und nicht fair ist, chinesischen Elektroautoherstellern, die über günstigere Arbeitskräfte und Energie verfügen, den Eintritt in den US-Markt zu gestatten.

Die Debatte zwischen den beiden Analysten kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Wettbewerb zwischen BYD und Tesla gegen Ende des Jahres verschärft. Aktuelle Marktprognosen gehen davon aus, dass BYD Tesla im vierten Quartal als weltweit umsatzstärkster reiner Elektrofahrzeughersteller ablösen wird.

Im dritten Quartal dieses Jahres beliefen sich die Auslieferungen reiner Elektrofahrzeuge von BYD auf rund 432.000 Einheiten und lagen damit etwas unter den 435.000 Einheiten von Tesla.