Entsprechenden Ankündigungen zufolge ist ab dem 20. Juli 2026 allen am Kopf getragenen Geräten und Brillen mit Kameras, Mikrofonen oder anderen Aufnahmefunktionen der Zutritt zu mehr als 1.240 Staats-, Kreis-, Stadt-, Stadt- und Dorfgerichten im Bundesstaat New York verboten.

Das Verbot betrifft eine breite Palette von Produkten, darunter nicht nur alle Arten von Datenbrillen mit Aufnahmefunktion, sondern auch Brillengläser mit Sehstärke. Die Regelung gilt für alle Personen, die Gerichtsgebäude betreten, einschließlich Gerichtspersonal und Anwälte. Derzeit sind entsprechende Hinweise an den Eingängen einiger Gerichte im Bundesstaat New York angebracht. Die Verwaltungsabteilung empfiehlt Personen, die eine Brille mit Sehstärke benötigen, beim Betreten des Gerichts eine normale, nicht-intelligente Brille als Ersatz mitzubringen.
Aus einem Memo der New York State Court Administration geht hervor, dass der Hauptzweck der Umsetzung dieses Verbots darin besteht, zu verhindern, dass Gerichtsverfahren illegal im privaten Rahmen aufgezeichnet werden. Ein solches Verhalten stellt einen Verstoß gegen staatliches Recht und örtliche Gerichtsvorschriften dar und führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schwerwiegenden Datenschutzproblemen wie der Offenlegung der Identität von Geschworenenmitgliedern.
Datenbrillen waren schon immer ein umstrittenes Produkt der Unterhaltungselektronik. Bereits Anfang der 2010er Jahre löste Google Glass heftigen öffentlichen Widerstand aus und führte schließlich zur Einstellung verwandter Produkte. Jetzt, da Unternehmen wie Meta die Smart-Brillen-Technologie wieder fördern, sind Befürworter des Datenschutzes immer noch besorgt darüber, ob solche tragbaren Geräte mit Freisprech-Aufnahmefunktionen die Privatsphäre im öffentlichen Raum schützen können, auch wenn die Hersteller versuchen, Bedenken mit Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre wie Kontrollleuchten auszuräumen. Derzeit schalten einige gängige Smart-Brillen-Produkte auf dem Markt die Kamerafunktion automatisch und zwangsweise aus, wenn sie versuchen, die Aufnahmeanzeige zu blockieren oder zu deaktivieren. Dies hat jedoch die öffentliche Kontroverse über den Einsatz dieser Technologie an sensiblen Orten nicht unterdrückt.