Linux-Gründer Linus Torvalds gab über Nacht eine sorgfältig formulierte Erklärung ab, in der er die Haltung der Linux-Kernel-Community gegenüber künstlicher Intelligenz bekräftigte. Er machte deutlich, dass Linux keineswegs ein „Anti-KI“-Projekt sei, und schlug einige Entwickler zurück, die den Einsatz von KI oder großen Sprachmodellen (LLM) in der Kernel-Entwicklung entschieden ablehnen.

Torvalds wies darauf hin, dass KI und LLM als Werkzeuge zur Unterstützung von Linux-Kernel-Entwicklern betrachtet werden sollten. Während der Einsatz von KI-Tools für die Entwicklung des Linux-Kernels nicht zwingend erforderlich ist, wendet er sich entschieden gegen Versuche, andere von der Nutzung von KI oder LLM-basierten Lösungen abzuhalten. Hintergrund dieser Aussage ist, dass die Software Freedom Protection Organization kürzlich Empfehlungen zu KI und LLM herausgegeben hat und die Kernel-Entwickler-Community in den letzten Monaten auch zunehmend über das Code-Review-Tool Sashiko für künstliche Intelligenz diskutiert hat.
In einer Antwort auf die Kernel-Mailingliste gab Torvalds eine klare Antwort auf Kommentare, die darauf hindeuteten, dass bestimmte Bemerkungen eine generelle Anti-LLM-Haltung auszudrücken schienen. Er räumt ein, dass manche Menschen eine starke Abneigung gegen KI haben, aber als ihr höchstrangiger Befürworter bleibt er in dieser Frage standhaft. Er betonte, dass Linux kein Anti-KI-Projekt sei. Wenn jemand damit unzufrieden ist, kann er dieses Open-Source-Projekt forken oder direkt aufhören.
Torvalds glaubt, dass KI wie jedes andere von Entwicklern verwendete Tool ist. Sein Nutzen steht heute außer Frage, und wer daran zweifelt, hat es offensichtlich noch nicht genutzt. Obwohl er auch zugab, dass KI manchmal Probleme für Betreuer mit sich bringt, wie etwa das ständige Auffinden peinlicher Codelücken, bedeutet dies nicht, dass man bei Problemen den Kopf in den Sand stecken und so tun muss, als würde man nichts hören. Die eigentliche Lösung besteht darin, sicherzustellen, dass diese LLM-Tools den Betreuern tatsächlich helfen und ihnen nicht nur Schmerzen bereiten.
Er erklärte weiter, dass die Community niemanden zum Einsatz von KI zwingen werde, er aber diejenigen, die versuchen, andere vom Einsatz von KI abzuhalten, entschieden ignorieren werde. Angesichts des Vorwurfs, dass KI nicht perfekt sei, wies Torvalds deutlich darauf hin, dass auch die natürliche Intelligenz des Menschen nicht immer perfekt sei.
Abschließend bekräftigte Torvalds den Kernzweck des Linux-Kernel-Projekts: Alles dient der Technologie. Er erwähnte, dass der soziale Aspekt der Teilnahme an Open Source zwar wichtig und motivierend sei, dies jedoch nur ein Nebeneffekt und nicht der Kernzweck des Projekts sei. Er betonte, dass Linux nie ein „Social Warrior“-Projekt gewesen sei und auch nie sein werde. In der Kernel-Community bekennen sich die Menschen zu Open Source, weil es zu besserer Technologie führt, und nicht aus blindem Fanatismus. Daher werden alle von der Community getroffenen Entscheidungen in erster Linie auf dem technischen Wert und nicht auf der Angst vor neuen Tools basieren.
Die nachdenkliche Aussage von Linus Torvalds verdeutlichte einmal mehr seine pragmatische Haltung zu KI im Bereich der Linux-Kernel-Entwicklung: KI-Technologie wird weiterhin in der Linux-Kernel-Entwicklung verbleiben, aber Entwickler haben immer noch die Wahl, ob sie sie verwenden wollen.
Erfahren Sie mehr:
https://lore.kernel.org/linux-media/CAHk-=wi4zC+Ze8e+p3tMv8TtG_80KzsZ1syL9anBtmEh5Z40vg@mail.gmail.com/