Laut der neuesten in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichten Studie entdeckten Paläontologen eine neue Art von Reptilienfossil, das vor etwa 240 Millionen Jahren in der Mitteltrias in Rio Grande do Sul, Brasilien, lebte, und nannten es Silescelida acristata. Diese Entdeckung füllt nicht nur eine wichtige Verbindung in der Evolutionsgeschichte der Archosauriformen, sondern erweitert auch das geografische Verbreitungsgebiet entfernter Verwandter von Dinosauriern und Krokodilen erheblich.

Die fossilen Überreste wurden in der Nähe von Dona Francesca in Zentralbrasilien im UNESCO-Geopark Colonial IV ausgegraben. Das Perm-Trias-Aussterben vor etwa 252 Millionen Jahren zerstörte den größten Teil des Lebens auf der Erde, und Silescelida acristata lebte zufällig in einer Zeit, in der die Ökosysteme nach dem Massenaussterben Schwierigkeiten hatten, sich zu erholen. Dieses Tier ist klein, etwa so lang wie ein kleiner Alligator, hat einen schlanken Körperbau und läuft auf allen Vieren. Obwohl es sich weder um einen Dinosaurier noch um ein Krokodil handelt, ist sein evolutionärer Zweig den Vorfahren dieser beiden modernen und prähistorischen Herrscher sehr nahe. Er ernährt sich hauptsächlich von Kleintieren und spielte zu dieser Zeit im Trias-Ökosystem Südbrasiliens die Rolle eines kleinen Raubtiers.

In diesem Fossil sind hauptsächlich die Knochen der Gliedmaßen erhalten, und die wichtigste Entdeckung stammt vom Femur (Oberschenkelknochen). Den Forschern fiel auf, dass die aufrechte Haltung von Silescelida acristata irgendwo zwischen halbaufrecht und aufrecht lag, wobei die Beine unter dem Körper positioniert und nicht seitlich ausgestreckt waren. Diese Körperentwicklung reduzierte effektiv den Widerstand beim Bewegen auf dem Boden und sorgte für eine höhere Bewegungseffizienz. Es war eines der Schlüsselmerkmale, die später zum evolutionären Erfolg der Archosaurier führten. Darüber hinaus zeigt die phylogenetische Analyse, dass diese Art möglicherweise mit der äußerst seltenen Gattung Euparkeriidae verwandt ist. Bisher wurden solche Fossilien nur in Afrika, Asien und Europa gefunden, aber diese erste Bestätigung in Südamerika erweitert das bekannte globale Verbreitungsbild dieser Gruppe während der Trias erheblich.

Hinter dieser Recherche verbirgt sich auch eine beschwerliche Reise, bei der es darum geht, „wieder das Licht der Welt zu erblicken“. Einige der Schlüsselknochen des Fossils – insbesondere Fragmente mit wichtigen Informationen, etwa zum Fundort – gingen mehr als zwei Jahrzehnte lang versehentlich verloren. Erst im Jahr 2022 entdeckten Forscher diesen lange verlorenen Knochen bei einem technischen Besuch der wissenschaftlichen Sammlungen der Katholischen Universität von Rio Grande do Sul wieder, bestätigten schließlich seinen Ursprung und vervollständigten die offizielle Beschreibung der neuen Art.

Dieses legendäre Erlebnis spiegelt sich auch direkt in der Namensgebung wider: Der Gattungsname Silescelida vereint die beiden Wurzeln „Stille“ und „Bein“. „Stille“ spielt auf die stillen Jahre an, in denen das Fossil für viele Jahre vergessen und versiegelt war, während „Bein“ die erhaltene Knochenstruktur der Hauptgliedmaßen darstellt; Der Artname acristata bedeutet „kammlos“, da dem Oberschenkelknochen des Tieres der markante Kamm (Trochanter) fehlt, der häufig bei anderen nahen Verwandten zu finden ist und die Schwanzmuskeln verbindet. Dieses einzigartige anatomische Merkmal wurde zu einem wichtigen Wahrzeichen, das ihn von anderen Arten unterscheidet.

Die Studie wurde gemeinsam von einem Forschungsteam des Kolonialpaläontologischen Forschungszentrums IV der Bundesuniversität Santa María in Brasilien (CAPPA/UFSM) in Zusammenarbeit mit der Bundesuniversität Rio Grande do Sul und der Päpstlichen Katholischen Universität Rio Grande do Sul durchgeführt. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass selbst fragmentierte Gliedmaßenknochenfossilien wichtige wissenschaftliche Informationen wie paläontologische Entwicklung, Bewegungsmechanismen und geografische Verteilung offenbaren können. Rio Grande do Sul hat einmal mehr seinen Status als wichtiger globaler Forschungsstandort für die Erforschung der Trias-Fauna unter Beweis gestellt, und diese tief in den Felsen vergrabenen antiken Überreste liefern den Menschen immer noch Antworten auf die ultimativen Geheimnisse der Umgestaltung und Entwicklung der terrestrischen Ökosysteme der Erde.