Apple hat offiziell heftigen Protest bei der britischen Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) eingelegt, während diese eine öffentliche Konsultation zu vorgeschlagenen Regulierungsoptionen für Technologiegiganten abschließt. Apple erklärte in dem vorgelegten Zieldokument, dass der Plan des Vereinigten Königreichs, dem Beispiel der EU bei der Verabschiedung strengerer Regulierungsmaßnahmen zu folgen, zu streng sei und nicht nur über den Rahmen der „Förderung des Marktwettbewerbs“ hinausgehe, sondern auch einen illegalen Eingriff in die Preisgestaltung von Diensten darstelle.

Gemäß dem derzeit von der britischen CMA geprüften Regulierungsplan werden Apple und Google verpflichtet sein, ihre jeweiligen App-Stores für Wettbewerber zu öffnen. Als Reaktion auf diese Idee erklärte Apple in seinem offiziellen Dokument unverblümt: „Nach dem aktuellen Vorschlag wird die CMA nicht nur in die Produktpreise von Apple eingreifen, sondern auch den Umfang der Produkte und Dienstleistungen einschränken, für die Apple Provisionen verlangen kann.“ Apple ist der Ansicht, dass dieser Ansatz der britischen Regulierungsbehörde eine „äußerst einschneidende“ Zuständigkeit für den App Store-Betrieb einräumt. Um den wirtschaftlichen Wert seines Anwendungsökosystems hervorzuheben, erwähnte Apple ausdrücklich, dass sein App Store im Jahr 2025 allein auf dem britischen Markt ein Transaktionsvolumen von mehr als 60 Milliarden US-Dollar ermöglichen wird und es keine Beweise dafür gibt, dass eine obligatorische Aufsicht den Nutzern niedrigere Preise bringen kann.
Derzeit hat die CMA noch keine formelle Antwort auf das Dokument von Apple abgegeben. Zu Beginn der vorangegangenen Konsultationsperiode hielt CMA-Geschäftsführer Will Hayter jedoch eine Rede, in der er erklärte, dass die Regulierungsbehörden anerkennen, dass Apple und Google eine angemessene Vergütung für die von ihnen bereitgestellten Dienste erhalten sollten, betonte jedoch, dass „alle erhobenen Gebühren auf einem soliden, gutscheinorientierten Rahmen basieren müssen, der auf Kosten und Wert basiert.“ Darüber hinaus beinhaltet der Vorschlag der CMA auch, dass Apple das NFC-System des iPhones öffnen muss, damit Wettbewerber Zahlungsdienste entwickeln können, die Apple Wallet ersetzen.
Obwohl das Vereinigte Königreich bei der Weiterentwicklung der Technologieregulierung langsamer als die EU vorangekommen ist, bleibt der Gesamtpfad konsistent. Bereits im Oktober 2025 folgte das Vereinigte Königreich dem Beispiel der EU und identifizierte Apple und Google als Unternehmen mit einer „strategischen Marktposition“ in der Region (ähnlich der „Schwellenwertmanager“-Definition der EU). Da die öffentliche Konsultation vor kurzem offiziell abgeschlossen wurde, wird erwartet, dass die CMA der britischen Regierung in naher Zukunft einen abschließenden Forschungsbericht vorlegen wird. Bis dahin wird es klarere Fortschritte bei der Frage geben, ob diese Regulierungsvorschläge weiter in formelle Gesetze umgewandelt werden.