Den gefürchteten Alterungsprozess zu verlangsamen ist etwas, woran jeder interessiert ist, und jetzt haben Wissenschaftler einen neuen Weg entdeckt. Das Team entdeckte eine Rückkopplungsschleife im Gehirn und stellte fest, dass eine Erhöhung der Aktivität dieses Schaltkreises Mäusen dabei half, ein längeres und gesünderes Leben zu führen. In der neuen Studie identifizierten Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis eine Kommunikationslinie zwischen dem Gehirn und den Fettspeichern, die eine Schlüsselrolle im Energieproduktionssystem des Körpers spielen.

Wie viele andere Dinge verlangsamt sich diese Verbindung mit zunehmendem Alter, was zu einigen der gesundheitlichen Probleme führt, die uns später im Leben plagen, wie etwa Gewichtszunahme.

Positiv war, dass das Team auch herausfand, dass sie dieses System bei Mäusen aktivieren konnten, um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, ihre Lebensdauer zu verlängern und sie länger gesund zu halten. Mit mehr Arbeit könnte es möglich sein, dies auch auf Menschen anzuwenden.

Der Durchbruch begann, als Wissenschaftler eine bestimmte Gruppe von Neuronen in einer Region des Gehirns entdeckten, die als dorsomedialer Hypothalamus bezeichnet wird. Die Studie ergab, dass diese Neuronen, wenn sie aktiv sind, ein Protein namens Ppp1r17 produzieren, das eine Kaskade von Ereignissen auslöst, die weißes Fettgewebe im Körper aktiviert. Dadurch setzt das weiße Fettgewebe zwei Stoffe frei: Zunächst gelangen die Fettsäuren in den Blutkreislauf, wo sie als Energielieferant für körperliche Aktivität genutzt werden. Zweitens wird ein Enzym namens „ENAMPT“ zurück in den Hypothalamus freigesetzt, um Energie für die Gehirnfunktion bereitzustellen.

Während dieses System in der Jugend gut funktioniert, beginnt es mit dem natürlichen Altern langsamer zu werden. Das Team fand heraus, dass Ppp1r17 bei älteren Tieren den neuronalen Kern verlässt und die Stärke seines Signals verringert. Da das zum Fettgewebe führende Nervensystem weniger beansprucht wird, schrumpft es mit der Zeit und das Fettgewebe erhält weniger Signale, seine Moleküle freizusetzen. Dies wiederum führt zu einer Fettansammlung, wodurch die dem Körper zur Verfügung stehende Energie verringert wird.

Links: Dichtes neuronales Netzwerk zwischen Gehirn und Fettgewebe junger Mäuse. Rechts: Während des natürlichen Alterungsprozesses wird das Netzwerk dünner. Kyohei Tokizane/School of Medicine

Doch lässt sich dieser Prozess verlangsamen? Um das herauszufinden, aktivierten die Forscher diese Neuronen in alten Mäusen auf zwei Arten. Bei einer Gruppe von Mäusen wurde ein Gen, das an diesem Prozess beteiligt war, ausgeschaltet, und bei einer anderen Gruppe wurde mehr eNAMPT hinzugefügt.

In beiden Fällen waren die behandelten Mäuse aktiver, zeigten weniger Alterserscheinungen (z. B. dünner werdendes Fell) und lebten länger als die Kontrollmäuse. Die unbehandelten Mäuse starben alle nach 1.000 Tagen (etwa 2,7 Jahren), der Obergrenze des natürlichen Alterns, aber die behandelten Mäuse lebten 60 bis 70 Tage länger – eine Steigerung von etwa 7 %.

Während dieser Ansatz beim Menschen noch in weiter Ferne liegt, gibt es laut dem Team Hoffnung. Wenn die menschliche Lebensspanne um 7 % verlängert werden kann, entspricht dies bei einer Lebenserwartung von 75 Jahren etwa 5 weiteren Lebensjahren. Darüber hinaus bleiben die Patienten länger gesund.

Die Forschung wurde in der Zeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht.