Zusammenfassung:
Der Grund, warum Tomaten seit langem als gesundes Lebensmittel gelten, liegt vor allem an dem antioxidativen Stern, der ihnen ihre leuchtend rote Farbe verleiht – Lycopin. Eine neue wissenschaftliche Studie der Tufts University in den Vereinigten Staaten hat diese traditionelle Annahme jedoch widerlegt: Eine farblose Substanz in Tomaten, die mit bloßem Auge unsichtbar ist, könnte eine unerwartete und wichtige Rolle beim Schutz der Lebergesundheit spielen.

Diese in der Fachzeitschrift „Molecular Nutrition & Food Science“ veröffentlichte Studie wies darauf hin, dass Tomaten reich an einem farblosen Carotinoid namens Phytoen sind. Bei der Synthese von Lycopin in Pflanzen spielt Phytoen als Vorläufersubstanz eine Brückenfunktion, ihm selbst fehlt jedoch die Farbe, so dass es in der Ernährung und in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit vom Licht des roten Lycopins überschattet wurde.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Xiang-Dong Wang, einem leitenden Wissenschaftler am Jean Maier USDA Human Nutrition Research Center on Aging (HNRCA) an der Tufts University, fand heraus, dass die Entwicklung und das Fortschreiten von Fettleberläsionen deutlich gehemmt wurden, wenn Mäusen eine hochraffinierte Kohlenhydratdiät mit Phytoen zugesetzt wurde. Im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierten Mäuse, die diesen Inhaltsstoff konsumierten, die Fettansammlung in der Leber deutlich, und auch die damit verbundenen Stoffwechselindikatoren und Leberfunktionsschädigungsmarker zeigten deutliche Verbesserungen.
Die Forscher untersuchten weiter und fanden heraus, dass der durch Phytoen bewirkte Gesundheitsschutz möglicherweise nicht vollständig durch es selbst vermittelt wird, sondern eng mit seinen Metaboliten im Körper zusammenhängt. Diese Verbindung kann im Rahmen der Verdauungs- und Stoffwechselmechanismen zersetzt und umgewandelt werden, wodurch der Fettstoffwechselweg der Leber reguliert und Entzündungsreaktionen gehemmt werden. Angesichts der Unterschiede in der Nährstoffaufnahme und der Stoffwechselumwandlungsfähigkeit verschiedener Personen wies das Forschungsteam darauf hin, dass dies erklären könnte, warum die leberschützende Wirkung von Diäten auf Tomatenbasis bei verschiedenen Personengruppen unterschiedlich ausfällt.
Mit den Veränderungen in der modernen Ernährungsstruktur ist die metabolische Dysfunktion-assoziierte Fettlebererkrankung (MASLD) zu einer wichtigen Herausforderung für die globale öffentliche Gesundheit geworden. Professor Wang Xiangdong sagte, dass diese Entdeckung neue Wege für diätetische Interventionen und die Entwicklung funktioneller Lebensmittel bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung eröffnet. Wenn seine Wirksamkeit in Zukunft in klinischen Studien am Menschen weiter bestätigt wird, wird erwartet, dass Phytoen oder tief verarbeitete Nahrungsergänzungsmittel aus ganzen Tomaten, die diesen Vorläufer enthalten, als ergänzende Ernährungsstrategien eingesetzt werden, um der Öffentlichkeit dabei zu helfen, die Stoffwechselgesundheit der Leber effektiver aufrechtzuerhalten.
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