Zeiss-Manager: China wird innerhalb von 15 Jahren EUV-Lithographiemaschinen bauen, Sanktionen werden sie zu „technischen Wahnsinnigen“ machen

📅 2026-09-03

Zusammenfassung:

Frank Rohmund, exklusiver Lieferant optischer Komponenten für ASML EUV-Lithographiemaschinen und Leiter des Halbleitergeschäfts der deutschen Zeiss-Gruppe, sagte kürzlich in einem Interview, dass es etwa 15 Jahre dauern wird, bis China EUV-Lithographiemaschinen entwickelt.

Er nannte dies eine begründete Spekulation, räumte aber auch ein, dass Chinas tatsächliche Fortschritte in dieser Hinsicht schwer zu quantifizieren seien.


ASML ist derzeit das einzige Unternehmen weltweit, das EUV-Lithographiemaschinen herstellen kann, und die EUV-Technologie ist eine unverzichtbare Schlüsseltechnologie für die Produktion modernster Chips wie NVIDIA AI-Beschleuniger. Je wichtiger die Technologie selbst ist, desto lauter ist die Beherrschung der Technologie. Die Vereinigten Staaten nutzen diesen Vorteil und machen ihn zu einem Instrument zur Unterdrückung der chinesischen Chipindustrie.

Die Vereinigten Staaten haben ASML den Export von EUV-Geräten und einigen fortschrittlichen Immersions-DUV-Lithografiemaschinen nach China verboten, und Mitglieder des US-Kongresses drängen auch weiterhin auf die Ausweitung der Exportkontrollen auf alle DUV-Lithografiemaschinen.

Zu den unangemessenen Exportkontrollmaßnahmen der USA machte Rohmund deutlich, dass eine künftige Ausweitung auf traditionelle DUV-Geräte negative Auswirkungen auf die Branche haben werde. Er sagte unverblümt: „Wir glauben nicht, dass diese Exportkontrollen positive Auswirkungen haben werden, weil sie stattdessen Chinas Innovation beschleunigen werden.“

Um es ganz klar auszudrücken: Der Druck der Sanktionen wird das chinesische Forschungs- und Entwicklungsteam dazu zwingen, aufzuholen. In gewissem Sinne wird es seine Gegner zu einem Technologieschub zwingen.

Dieses Urteil steht im Einklang mit der früheren Aussage von ASML-CEO Fouquet, dass eine Verschärfung der Exportkontrollen nach China Chinas unabhängige Forschung und Entwicklung alternativer Ausrüstung beschleunigen wird.

Zeiss gab außerdem zu, dass China im Bereich der Immersions-DUV-Lithographiemaschinen Fortschritte gemacht habe. Laut ausländischen Medienberichten vom Juli hat ein in Shanghai ansässiges Unternehmen mit der Herstellung solcher Geräte begonnen. Rohmund sagte:

China investiert seit Jahrzehnten in relevante Technologieforschung und -entwicklung, daher sind die jüngsten Fortschritte Chinas nicht überraschend.

Aber er betonte auch: „Jetzt müssen wir beobachten, wie leistungsfähig diese Geräte tatsächlich sind, denn wir sind noch weit vorne.“

Zeiss ist der Lieferant optischer Komponenten, die in etwa 80 % der weltweiten Chips verwendet werden. ASML erwarb 2017 für 1 Milliarde Euro eine Minderheitsbeteiligung an Zeiss Semiconductor Business.


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