Untersuchungen der Radboud-Universität zeigen, dass Torfmoore für die Kohlenstoffspeicherung und die Bekämpfung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung sind, jedoch sehr anfällig für Dürreperioden sind. Die Zunahme der Artenvielfalt hat kaum zu einer Verbesserung der Dürreresistenz geführt, was die Notwendigkeit neuer Strategien und politischer Interventionen zum Schutz dieser wichtigen Ökosysteme verdeutlicht.

Moore sind stärker von Dürre betroffen als bisher erwartet, was Anlass zur Sorge gibt, da sie eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen. Langfristige Dürre verringert die Fähigkeit von Torf, mehr Kohlendioxid (CO2) aufzunehmen, erheblich. Darüber hinaus wird die Verbesserung der Artenvielfalt kaum dazu beitragen, die Trockenresistenz von Torf zu verbessern. Wissenschaftler der Radboud-Universität berichten über diese Ergebnisse in einer aktuellen Studie, die in Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde.

Torf ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher: Er kann mehr Kohlendioxid pro Quadratmeter speichern als jedes andere Ökosystem auf der Welt. Moore in den Niederlanden sowie in Skandinavien und den baltischen Ländern spielen daher eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Allerdings steht Torf zunehmend unter Druck und reagiert äußerst empfindlich auf trockene Sommer, die durch den Klimawandel verursacht werden. Zu diesem Schluss kamen Forscher des Radboud Institute of Biological and Environmental Sciences.

„In unserem Labor stellten wir unter kontrollierten Bedingungen zunächst sicher, dass die Torfbrocken über einen längeren Zeitraum vollständig durchfeuchtet waren“, erklärt Erstautor Björn Roebruck. „Dann haben wir den Torf langsam getrocknet. Die Hälfte von ihnen war einer leichten Dürre ausgesetzt, wobei der Wasserstand etwa fünf Zentimeter niedriger war als der Torf selbst. Die andere Hälfte war einer extremen Dürre ausgesetzt, in diesem Fall war der Wasserstand 20 Zentimeter niedriger als der Torf. Das entspricht drei Wochen ohne Regen – etwas, das in den letzten Jahren auch in den Niederlanden immer häufiger vorkommt.“

Torf wird an der Radboud-Universität getestet. Bildnachweis: Björn Robroek, Radboud-Universität

Diese Experimente zeigen, dass Torf, der einer leichten Trockenheit ausgesetzt ist, immer noch eine gewisse Menge Kohlenstoff binden kann. Robroek: Allerdings kann Torf unter extremen Dürrebedingungen kaum mehr Kohlenstoff aufnehmen. Bei längerer Trockenheit kann Torf wiederum Kohlenstoff freisetzen.

Natürlich betrifft Dürre nicht nur Moore. Trockene Sommer machen auch andere Ökosysteme anfälliger. Doch im Falle von Grünland haben wir jetzt Lösungen für die durch Dürre verursachten Probleme. Die Erhöhung der Artenvielfalt solcher Ökosysteme (durch die Anpflanzung vielfältigerer Pflanzen), wie etwa zukünftige Deichprojekte, kann die Ökosysteme gesund und widerstandsfähig halten.

Allerdings glaubt Roebke, dass eine solche Erhöhung der Artenvielfalt bei Mooren kaum Auswirkungen auf die Dürreresistenz haben wird. Die verschiedenen Moose, die wir in unseren Torfversuchen getestet haben, trugen wenig zur Bekämpfung der Dürre bei. Dies bedeutet nicht, dass die Artenvielfalt für Torf nicht wichtig ist: Er trägt beispielsweise zur Kohlenstoffspeicherung bei. Doch wenn es um die Bekämpfung der Dürre geht, ist ein anderer Ansatz erforderlich.

Es gibt einige kleine Dinge, die Verbraucher tun können, um Torf zu schützen. Kaufen Sie zum Beispiel torffreies Blumenerde und Kompost. Letztlich ist dies aber vor allem eine Frage, die auf politischer Ebene geklärt werden muss. Bestanden Pufferzonen entlang von Flüssen in der Vergangenheit oft aus Torfmooren, sind heute große Teile davon landwirtschaftlich genutztes Grünland. Diese Flächen werden häufig gemäht und gepflügt, sodass sie wenig Wasser speichern. Dadurch fließt das Wasser aus diesen Auen schneller in die Flüsse und verursacht Überschwemmungen.

Die Umstellung auf natürliche Bewirtschaftungsmethoden wird Zeit und Geld kosten, in der Zukunft jedoch enorme Vorteile bringen. Moore, auch Tieflandmoore, halten mehr Wasser zurück und bieten daher einen besseren Schutz. Man kann es mit einem Schwamm vergleichen, der nach und nach Wasser an die Oberfläche abgibt. Auch an diesen Standorten ist Torf die effizienteste Möglichkeit zur Kohlenstoffspeicherung.

Zusammengestellte Quelle: ScitechDaily