Qualcomm Inc., der weltweit größte Hersteller von Smartphone-Chips, streicht Stellen, um der schleppenden Nachfrage nach seinen Schlüsselprodukten entgegenzuwirken. Das Unternehmen wird 1.258 Stellen in San Diego und Santa Clara, Kalifornien, streichen, wie aus Dokumenten hervorgeht, die beim California Employment Development Department eingereicht wurden. Ein Vertreter von Qualcomm lehnte es ab, sich zum Gesamtumfang der Entlassungen zu äußern, bei denen derzeit etwa 50.000 Menschen beschäftigt sind.


Mehr als 750 der gestrichenen Stellen stammen aus der technischen Abteilung von Qualcomm und reichen vom Vorgesetzten bis zum technischen Personal. Die restlichen Kürzungen werden durch internes technisches Personal und Buchhaltungspositionen erfolgen. Qualcomm sagte in der Mitteilung, dass die Entlassungen Mitte Dezember beginnen werden.

Qualcomm ist der weltweit größte Anbieter mobiler Chips und sein Geschäft konzentriert sich hauptsächlich auf Smartphones, Tablets, Fahrzeug-Infotainmentsysteme und andere Bereiche. In jüngster Zeit ist der globale Smartphone-Markt jedoch gesättigt, gepaart mit der Verlangsamung des 5G-Netzwerkaufbaus, was die Leistung von Qualcomm stärker unter Druck setzt.

In diesem Zusammenhang muss Qualcomm Maßnahmen ergreifen, um die Betriebskosten zu optimieren und die Effizienz zu verbessern. Entlassungen sind eine davon, und diese Maßnahme ist auch in der Branche eine gängige Methode, um mit Marktabschwüngen umzugehen. Viele Technologiegiganten sind der „Entlassungswelle“ nicht entgangen.

Akash Palkhiwala, Chief Financial Officer von Qualcomm, sagte Analysten im August, dass Qualcomm „zusätzliche Kostenmaßnahmen aggressiv umsetzen“ werde.

„Wir haben zuvor erklärt, dass wir zusätzliche Kostenmaßnahmen prüfen werden, wenn sich das Umfeld weiter verändert. Unser operativer Rahmen sieht keine sofortige wirtschaftliche Erholung vor, bis wir Anzeichen einer anhaltenden Verbesserung der Fundamentaldaten sehen“, sagte er in der Telefonkonferenz.

Das Unternehmen wird seine Finanzergebnisse nächsten Monat bekannt geben und es wird erwartet, dass der Umsatz des Unternehmens in diesem Geschäftsjahr um etwa 19 % sinken wird.

Während CEO Cristiano Amon versucht, die Produkte von Qualcomm in neue Bereiche zu drängen, stammt der Großteil des Umsatzes des Unternehmens immer noch aus dem Mobilfunkmarkt. Die Nachfrage nach iPhones, insbesondere in China, hat sich nicht so schnell erholt, wie manche vorhergesagt hatten.

Zum Börsenschluss am Donnerstag fiel Qualcomm um 0,3 % auf 111,46 $. Die Aktie hat in diesem Jahr etwa 4 % zugelegt und blieb damit hinter dem fast 40 %igen Anstieg des Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index zurück.