Um den Druck auf die Harvard-Universität zu erhöhen, drängt die Trump-Administration die Schule dazu, Aufzeichnungen über Gelder herauszugeben, die sie zehn Jahre lang aus ausländischen Quellen erhalten hat. US-Universitäten erhalten Zuschüsse, Verträge oder Spenden in Milliardenhöhe aus ausländischen Quellen und müssen der Regierung alle zwei Jahre Bericht erstatten.

In einem Brief an den Präsidenten der Harvard-Universität, Alan Garber, schrieb das Büro des General Counsel des US-Bildungsministeriums am Donnerstag, dass die Offenlegungen, die Harvard zwischen 2014 und 2019 gemacht habe, „unvollständig und ungenau“ seien.

Das Bundesgesetz verlangt von Universitäten, Spenden im Wert von mehr als 250.000 US-Dollar aus ausländischen Quellen zu melden.

Harvard sagte in einer schriftlichen Erklärung, dass es solche Berichte seit Jahrzehnten „im Rahmen seiner kontinuierlichen Einhaltung des Gesetzes“ vorlege. Bei Bedarf enthalten die Berichte von Harvard Informationen zu Spenden und Verträgen im Wert von mehr als 250.000 US-Dollar pro Jahr aus ausländischen Quellen. Dazu gehören Verträge zur Bereitstellung von Führungskräfteausbildung und anderen Schulungen sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Die Harvard University befindet sich mitten in einem hochkarätigen Konflikt mit der Trump-Regierung. Die Trump-Administration hat bereits zuvor strukturelle Veränderungen an der Schule gefordert, einschließlich der Forderung, die Ansichten des Verwaltungspersonals, der Fakultät und der Schüler zu überprüfen. Am Montag lehnte Harvard die Anträge ab, die Garber als rechtswidrigen Angriff auf die Unabhängigkeit der Schule bezeichnete.

Als Reaktion darauf fror die Bundesregierung Fördermittel in Höhe von 2,26 Milliarden US-Dollar ein. Die Harvard University erklärte, sie habe sich in gutem Glauben bemüht, den Antisemitismus auf dem Campus zu unterdrücken, und strukturelle Veränderungen vorgenommen, um ein Wiederaufleben des Antisemitismus zu verhindern.

In einem Brief an Harvard forderte die Trump-Administration eine lange Liste von Informationen von der Schule an, darunter die Identität aller bekannten Parteien, die an jeder Spende, jedem Zuschuss und jedem Vertrag aus ausländischen Quellen in Harvard beteiligt waren, sowie alle E-Mails, Textnachrichten und Verträge zwischen Harvard und ausländischen Regierungen oder Einzelpersonen. Die Trump-Administration möchte außerdem Informationen wie E-Mail-Benutzernamen über alle seit 2016 aus Harvard ausgewiesenen ausländischen Studenten erhalten.