In den letzten Jahren hat Microsoft sein Spielegeschäft zunehmend auf Abonnementdienste und nicht auf die Konsolenhardware selbst ausgerichtet. Eine aktuelle Ankündigung des Unternehmens könnte diese Strategie zu ihrem logischen Abschluss bringen, da die Spiele und Dienste von Microsoft zunehmend auf der Hardware der Konkurrenz erscheinen.
Microsoft sagte kürzlich, dass es den Abonnementdienst auf möglichst viele Bildschirme und Geräte bringen möchte, darunter auch auf PlayStation- und Nintendo-Plattformen. Die Strategie von Microsoft besteht darin, Abonnementdienste wie GamePass zu nutzen, die höhere Gewinnspannen bieten als herkömmliche Spieleverkäufe im Einzelhandel.
Tim Stuart, Chief Financial Officer von Xbox, stellte den Plan diese Woche während eines Anrufs zum Wells Fargo TMT Summit vor. Im Hinblick auf die jüngste Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft sagte Stewart, die Mission des Unternehmens sei es, seine First-Party-Erlebnisse und Abonnementdienste auf jeden Bildschirm zu bringen, auf dem Spiele gespielt werden können. Er erwähnte mobile Geräte, Smart-TVs und Konkurrenten wie Nintendo und PlayStation.
Microsofts Fokus auf GamePass tendiert zu einer hardwareunabhängigen Strategie, da es Benutzern ermöglicht, Spiele auf Xbox-Konsolen und PCs zu spielen. Der Dienst umfasst auch Xbox Cloud Gaming, das jetzt über mobile Geräte und Smart-TVs verfügbar ist. Cloud-Dienste werden wahrscheinlich vor GamePass und den hauseigenen Spielen von Microsoft auf mehr Geräte ausgeweitet.
Stewart bezieht sich jedoch nicht nur auf Spiele, die von den Studios des Unternehmens entwickelt wurden, wie Halo, Forza Racing oder Microsoft Flight Simulator. Von Microsoft übernommene Unternehmen, darunter Mojang und Activision Blizzard, stellen beliebte Spiele auf verschiedenen Plattformen her, und Microsoft hat zugesagt, diese Spiele weiterhin auf konkurrierender Hardware zu unterstützen.
Während Sony Bedenken äußerte, dass seine Konkurrenten im Konsolenbereich seine erfolgreiche Call of Duty-Reihe auf Xbox beschränken könnten, versprach Microsoft, weiterhin neue Spiele auf PlayStation- und schließlich Nintendo-Geräten zu veröffentlichen. Die Vereinbarung ähnelt wahrscheinlich dem Ansatz des Unternehmens gegenüber Minecraft, das weiterhin auf allen Konsolen und Mobilgeräten erfolgreich ist.
Mobile ist einer der Haupttreiber der Akquisitionen von Activision Blizzard, darunter der Handyspielhersteller King. Stewart erwähnte eines von Kings beliebtesten Spielen, CandyCrush. Als Beispiel dafür, wie Microsoft diese IP nutzen wird, nannte der CFO auch die mobile Version von „Call of Duty“.
World of Warcraft ist ein weiterer Abonnementdienst, den Stewart erwähnte, und das Unternehmen ist jetzt Eigentümer des Spiels und könnte es theoretisch auf mehrere Plattformen bringen.