Im Jahr 2025 blieben die jährlich steigenden Meeresströmungen im Golf von Panama erstmals wie geplant aus. Ein Team von Wissenschaftlern des Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) fand heraus, dass Störungen dieses Phänomens eng mit der Abschwächung der Passatwinde zusammenhängen. Wissenschaftler weisen darauf hin, wie sich der Klimawandel direkt auf wichtige Prozesse im Ozean und auf die Küstenbevölkerung auswirkt, die davon abhängt. Steigende Meeresströmungen versorgen den Golf von Panama mit reichlich Nährstoffen, sind eine wichtige Grundlage für produktive Fischerei und tragen dazu bei, Korallenriffe vor Hitzestress zu schützen.

Verteilung der Chlorophyllkonzentration im Meer um Panama im Februar 2024 (blau = niedrig, rot = hoch), was zeigt, dass der Golf von Panama während einer typischen Auftriebsperiode seine höchste Produktivität erreicht. Bildnachweis: Aaron O'Dea

Während der mittelamerikanischen Trockenzeit (normalerweise Dezember bis April) lösen nördliche Passatwinde Auftrieb im Golf von Panama aus, der kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche bringt, die Fischerei fördert und gleichzeitig die Küstentemperaturen auf der Pazifikseite Panamas während der „Sommer“-Ferienzeit kühler hält.

Forscher am STRI beobachten diesen saisonalen Zyklus seit mehr als 40 Jahren und dokumentieren sein regelmäßiges Auftreten von Januar bis April. Im Jahr 2025 blieb jedoch der erwartete Auftrieb aus, sodass der erwartete Rückgang der Wassertemperatur und die Produktivitätssteigerung ausblieben.

Auftriebsereignisse unterstützen produktive Fischereien und helfen Korallenriffen, thermischem Stress standzuhalten. Bildnachweis: Natasha Hinojosa

Relevante Forschungsergebnisse wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Das Forschungsteam geht davon aus, dass eine deutliche Abschwächung der Windmuster der Hauptgrund für dieses beispiellose Phänomen ist. Untersuchungen zeigen, dass Klimainstabilität Auswirkungen auf Meeressysteme haben kann, die seit langem die Küstenfischerei unterstützen. Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um den spezifischen Mechanismus zu klären und die langfristigen Auswirkungen auf die Meeresressourcen abzuschätzen.

Die extrem niedrige Chlorophyllkonzentration in den Gewässern um Panama im Februar 2025 (blau = niedrig, rot = hoch) zeigte das Scheitern des Auftriebs in der Bucht von Panama im Jahr 2025 – das erste Mal seit mindestens 40 Jahren, dass ein solches Phänomen aufgetreten ist. Bildnachweis: Aaron O'Dea

Die Entdeckung verdeutlicht auch die wachsende Anfälligkeit tropischer Auftriebssysteme. Trotz ihrer enormen ökologischen und sozioökonomischen Bedeutung werden diese Systeme derzeit nur unzureichend überwacht. Dies zeigt auch, wie dringend es ist, die Beobachtungs- und Vorhersagefähigkeiten für das tropische Ozeanklima zu stärken.

Das Segelforschungsschiff „Eugen Seibold“ führt in Zusammenarbeit zwischen dem Max-Planck-Institut für Chemie und dem STRI charakteristische Analysen der Meeres- und Atmosphärenbedingungen im Pazifischen Ozean durch. Bildnachweis: Steven Patton

Dieses Ergebnis ist eines der ersten großen Ergebnisse des „Forschungsschiffes S/Y Eugen Seibold“, einem Gemeinschaftsprojekt des Max-Planck-Instituts für Chemie und des STRI. Dieses Forschungsschiff wird hauptsächlich zur Charakterisierung der Ozean- und Atmosphärenbedingungen im Pazifischen Ozean eingesetzt.

Zusammengestellt von /ScitechDaily