František Vejmělka, Doktorand am Biologiezentrum der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Südböhmischen Universität, erzielte nach einer sechsmonatigen Exkursion nach Neuguinea einen großen Durchbruch. Er war der erste Wissenschaftler der Welt, der eines der größten Nagetiere der Erde – die Istapantap-Haarmaus (Mallomys istapantap) – in freier Wildbahn beobachtete und dokumentierte.

Mallomys istapantap. Eine Infrarotkamera erfasst Bilder. Bildquelle: František Vejmělka, Originalartikel veröffentlicht in: Vejmělka, F. (2025)

Dieses geheimnisvolle und nachtaktive Tier bewohnt nur kühle Bergwälder und Graslandschaften in einer Höhe von etwa 3.700 Metern. Bisher waren die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber auf eine Handvoll Museumsexemplare beschränkt. In freier Wildbahn wurde noch nie ein lebender Körper fotografiert oder gefilmt. František Vejmělka hat die erste Videoaufnahme dieser Art in ihrer natürlichen Umgebung abgeschlossen.

Die Istapantap-Haarfußmaus wurde erstmals 1989 anhand historischer Museumssammlungen identifiziert. In den letzten 30 Jahren gab es nur sporadische Bestätigungsaufzeichnungen und keine Bilddaten. Die dieses Mal gesammelten neuen Fotos und ökologischen Daten liefern wichtige Fortschritte beim Verständnis dieser seltenen Art und bereichern unser Verständnis der Vielfalt der Säugetiere Neuguineas.

„Es ist schockierend, dass ein so großes und charakteristisches Tier so wenig bekannt ist. Wie viel von der Artenvielfalt tropischer Berge ist noch unentdeckt?“ Sagte Vejmělka. Neben Fotos und Videos erfasste er erstmals auch männliche biometrische Daten und sammelte Informationen zu Fressgewohnheiten, Parasiten, Aktivitätsmustern, Bewegungsmustern und anderen Lebensgewohnheiten der Tiere.

Die Haarfußratte aus Neuguinea und die auf den Philippinen beheimatete Riesenwolkenratte bilden zusammen die größten Nagetiere der Welt. Sie sind in hohem Maße vom steilen alpinen Gelände Neuguineas abhängig und haben sich über fünf Millionen Jahre hinweg entwickelt, um eine Vielzahl einzigartiger Arten und Formen zu entwickeln, ohne dass ihnen andere Plazenta-Säugetiere Konkurrenz machten.

Die Istapantap-Haarfußmaus hat dickes Fell, scharfe Schneidezähne, 8 cm lange Krallen, eine Körperlänge von etwa 85 cm (einschließlich Schwanz) und ein Gewicht von fast 2 kg, was sie zu einer Maus von außergewöhnlicher Stärke und Größe macht. Aufgrund seiner nachtaktiven Natur und seines abgelegenen Lebensraums ist es für den Menschen jedoch äußerst schwierig, sein wahres Aussehen zu erkennen. Nachts klettern sie auf Äste, um zu fressen, und verstecken sich tagsüber in Höhlen oder Baumkronen.

„Ohne die Hilfe einheimischer Bergjäger wäre ich nicht in der Lage gewesen, diese Informationen zu sammeln“, sagte Vejmělka. Während der sechsmonatigen Expedition arbeitete er eng mit mehreren Stämmen zusammen, um die Vielfalt der Säugetiere vom Fuß bis zum Gipfel des Mount William (4.509 Meter), dem höchsten Gipfel Papua-Neuguineas, umfassend zu untersuchen. Insgesamt wurden 61 Arten nicht fliegender Säugetiere (einschließlich Nagetiere und Beuteltiere) erfasst und genetisch identifiziert.

Diese Forschung vertieft nicht nur unser Verständnis der extremen Vielfalt der tropischen Hochgebirge Neuguineas, sondern unterstreicht auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften. Verglichen mit der umfangreichen Forschung zu tropischen Regionen Amerikas, Afrikas und Südostasiens gibt es in den Bioregionen Australiens und Neuseelands noch viele Lücken, die es zu erkunden gilt. Durch wissenschaftliche Arbeit verstehen und erkennen indigene Völker auch ihr einzigartiges Naturerbe und die Bedeutung des Schutzes, beispielsweise als Reaktion auf neue Bedrohungen wie den Bergbau.