Vor dem Hintergrund des starken Anstiegs der weltweiten Preise für Speicherchips agiert Apple in Washington mit seltener Aufmerksamkeit und hofft, die derzeitige US-Regierung davon zu überzeugen, einen „Sondergenehmigungskanal“ für Chinas Changxin Memory (CXMT) zu eröffnen, um den starken Kostendruck zu mildern, dem das iPhone 18 Pro der neuen Generation ausgesetzt ist. Der Bericht wies darauf hin, dass sich die Speicherkosten des iPhone 18 Pro im Vergleich zur vorherigen Generation verdreifachen könnten, wenn keine kostengünstige DRAM-Lieferung von CXMT möglich sei, was die Produktgewinnmargen erheblich schmälern würde.

Nach Angaben der Financial Times hat Apple offiziell damit begonnen, sich bei der Trump-Administration dafür einzusetzen, dass das Unternehmen CXMT, das immer noch auf der schwarzen Liste des Pentagons steht, in großem Umfang Speicherchips kaufen darf. Aus Compliance-Gründen hat Apple nicht nur Kontakt zum US-Handelsministerium aufgenommen, sondern mobilisiert auch aktiv andere Beamte und Verbündete in Washington, um Unterstützung für diese Ausnahme zu gewinnen. CXMT wurde vor allem wegen seiner angeblichen Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee Chinas auf die schwarze Liste gesetzt, was jegliche Beschaffungsanfragen von US-Unternehmen äußerst sensibel und mit politischen Risiken behaftet macht.

Der Grund für das Eingehen politischer Risiken liegt in der „Speicherkostenkrise“, die Apple derzeit erlebt. Apple hat kürzlich erhebliche Preiserhöhungen für seine Mac- und iPad-Produktlinien durchgeführt und öffentlich auf einen historisch seltenen Preisdruck bei Speicher hingewiesen. CEO Cook sagte kürzlich in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass der aktuelle Anstieg der Speicherpreise in seiner mehr als 40-jährigen Karriere „beispiellos“ sei und sich fast zwangsläufig auf die Endproduktpreise übertragen werde.

Marktdaten zufolge hat sich der Vertragspreis für 12 GB LPDDR5X seit dem ersten Quartal 2025 etwa verdreifacht und lag am Ende des ersten und zweiten Quartals 2026 bei rund 120 US-Dollar. Seit diesem Jahr ist er weiter um 68,8 US-Dollar gestiegen und hat sich kürzlich einem Höchststand von 145 US-Dollar pro Einheit angenähert. Gleichzeitig steigen die Preise für überlagerte Flash-Speicher, und die Materialkosten der gesamten Maschine werden durch die Kombination von Arbeitsspeicher und Massenspeicher deutlich in die Höhe getrieben. Am Beispiel des iPhone 17 Pro mit 256 GB werden Speicher und Flash-Speicher im Jahr 2025 nur etwa 9 % der Stückliste (BOM) ausmachen. Beim iPhone 18 Pro mit 256 GB, das voraussichtlich in diesem Jahr auf den Markt kommt, werden diese beiden Kostenverhältnisse voraussichtlich auf 27 % ansteigen.

Vor diesem Hintergrund haben die drei großen Speichergiganten Samsung, SK Hynix und Micron die Versorgung mit High-End-DRAM fest im Griff und verfügen über eine starke Verhandlungsmacht, was Apple in den Verhandlungen deutlich benachteiligt. Berichten zufolge zielt Apples Wechsel zu CXMT im Wesentlichen darauf ab, neue leistungsstarke Anbieter einzuführen und die Preisdominanz der „Großen Drei“ bei High-End-Mobil-DRAM zu brechen und so das Angebotsmuster neu zu gestalten.

Für Apple ist CXMT derzeit fast die einzige alternative Option, die zur „Brandbekämpfung“ fähig ist. Das Unternehmen baut die Produktion in großem Umfang aus und erwartet, dass die monatliche Produktionskapazität von derzeit etwa 200.000 Wafern bis Ende dieses Jahres auf 300.000 Wafer steigt. Auch wenn CXMT den gesamten Speicherbedarf von Apple nicht vollständig decken kann, solange es teilweise in die Lieferkette von Apple einsteigen kann, wird erwartet, dass Apple dies nutzt, um seine Verhandlungsmasse in den Verhandlungen mit Samsung, SK Hynix und Micron zu erhöhen und günstigere Preiskonditionen anzustreben.

Brancheninsider analysieren, dass Chinas Rolle im Liefersystem von Apple deutliche Anzeichen einer Kehrtwende zeigen wird, wenn die Trump-Administration endlich zustimmt, Apple grünes Licht für den Kauf von DRAM von CXMT zu geben. Der Bericht wies auch darauf hin, dass der chinesische Speicherriese Yangtze River Storage (YMTC), sobald CXMT eine Lücke öffnet, wahrscheinlich auch wieder in das Liefersystem von Apple eintreten und einen ähnlichen Weg im Bereich Flash-Speicher kopieren wird, was die Präsenz chinesischer Hersteller in der Logistik- und Lieferkette von Apple erheblich erhöhen wird.

Allerdings bedeutet diese Reihe von Maßnahmen auch, dass Apple eine schwierige Balance zwischen kommerziellen Interessen und geopolitischen Risiken finden muss. Einerseits muss Apple, wenn der Druck der explodierenden Speicherpreise nicht gemildert werden kann, die Endgerätepreise in mehreren Produktlinien wie iPhone, Mac und iPad möglicherweise weiter erhöhen, was dem doppelten Druck von Verbrauchern und Regulierungsbehörden unterliegt. Andererseits wird die Suche nach Ausnahmen für chinesische Unternehmen im Rahmen der US-Exportkontrolle unweigerlich dazu führen, dass politische Kreise und die öffentliche Meinung in den USA Apples „Seite“ und Risikobereitschaft in Frage stellen. In einer Zeit, in der sich der Wettbewerb zwischen KI und High-End-Mobilgeräten verschärft, ist Apples Offensiv- und Defensivkampf in Washington um CXMT nicht mehr nur ein einfaches Lieferkettenproblem, sondern eine strategische Wette mit hohem Risiko.