Geheimnisvolle Kalksteinkugeln – antike und geheimnisvolle Steinreste – geben Archäologen seit Jahren Rätsel auf. Diese Steinkugeln stammen aus dem Ordovizium bis zum Mittelpaläolithikum, aber die genaue Ursache ihrer Entstehung bleibt Gegenstand anhaltender Debatten. Kürzlich sind Forscher des Labors für Computerarchäologie an der Hebräischen Universität Jerusalem in Zusammenarbeit mit Experten des Tel-Hai-Instituts und der Universität Rovira-i-Virginia tiefer in die Geheimnisse dieser rätselhaften Objekte eingetaucht und haben möglicherweise Hinweise auf die Absichten und Fähigkeiten der frühen Menschen bei ihrer Herstellung entdeckt.
Kugelförmige Steinwerkzeuge gehören zu den langlebigsten, aber am wenigsten verstandenen archäologischen Artefakten und werden oft als Nebenprodukt beeindruckender Missionen angesehen. Die Studie des Forschungsteams stellt diese konventionelle Sicht jedoch in Frage. Die zentrale Frage der Studie ist, ob es sich bei diesen Kügelchen um unbeabsichtigte Nebenprodukte oder absichtlich hergestellte Werkzeuge für einen bestimmten Zweck handelte.
Um diese Frage zu beantworten, verwendeten die Forscher modernste dreidimensionale Analysemethoden, darunter sphärische Harmonische und Oberflächenkrümmung, um 150 Kalksteinkugeln aus der archäologischen Stätte Ubeidiya zu analysieren, die etwa 1,4 Millionen Jahre alt sind. Die Methoden wurden am Computational Archaeology Laboratory der Hebrew University unter der Leitung von Professor Leore Grosman entwickelt. Ubedia gilt derzeit als die früheste bekannte acheuleische Stätte außerhalb Afrikas und ist daher ein wichtiger Ort für die Erforschung der Entwicklung der frühen Affentechnologie.
Das Forschungsteam rekonstruierte sorgfältig die sphärische Reduktionssequenz basierend auf den beobachteten sich ändernden Trends im Narbenabschnitt und in der Geometrie. Ihre Ergebnisse enthüllten ein bemerkenswertes Muster: Die kugelförmigen Steine von „Ubedia“ wurden nach einer bewussten Reduktionsstrategie hergestellt. Entgegen der Vorstellung, dass Kugeln ein zufälliges Nebenprodukt sind, werden Kugeln während des Herstellungsprozesses nicht glatter; Stattdessen werden sie deutlich kugelförmiger. Diese Transformation in eine ideale Sphäre erfordert außergewöhnliche Klopffähigkeiten und ein klar vorgegebenes Ziel.
Die Entdeckung stellt bestehende Vorstellungen über die Fähigkeiten früher Menschenaffen und ihre Beziehung zur Technologie in Frage. Während die bifazialen Steinwerkzeuge der Acheura traditionell als die frühesten Beweise dafür gelten, dass Menschen absichtlich symmetrische Formen in Stein geschaffen haben, zeigen Ubedias absichtlich gefertigte kugelförmige Objekte gleichermaßen, dass diese frühen Menschen die absichtliche Schaffung geometrischer Formen und Symmetrie in Stein wünschten und erreichten. An Standorten in Afrika wurden auch kugelförmige Objekte etwas früheren Datums gefunden. Wenn eine solche Intentionalität auch dort nachgewiesen werden könnte, wäre dies der älteste Beweis dafür, dass Menschen symmetrische Formen in Stein wünschen und erreichen.
Die Studie des Teams eröffnet neue Wege zum Verständnis der kognitiven Fähigkeiten und technologischen Errungenschaften unserer entfernten Vorfahren. Es wirft auch Fragen über den Zweck und die Bedeutung dieser Sphären im täglichen Leben der frühen Menschen auf.