Eine neue Studie, die auf fast 900 Papageien basiert, zeigt, dass einige Papageien anscheinend in der Lage sind, bestimmte „Namen“ zu verwenden, um sich auf bestimmte Personen oder Tiere zu beziehen, genau wie Menschen. Ihre sozialen Kommunikationsfähigkeiten sind weitaus komplexer als man denkt. Durch die Analyse der Sprachaufzeichnungen von in Gefangenschaft gehaltenen Papageien und der von ihren Besitzern bereitgestellten Situationsinformationen stellten die Forscher fest, dass die Vögel eine vielfältige Verwendung von Namen zeigten, die auf der Nachahmung der menschlichen Sprache beruhte.

In der Natur machen viele Tiere Rufe, die so klingen, als würden sie sich gegenseitig „rufen“, und Menschen haben oft intuitiv das Gefühl, als würden sie einem bestimmten Individuum einen Namen geben. Doch ob diese Laute im menschlichen Kontext wirklich mit „Namen“ gleichzusetzen sind, war im Verhalten von Tieren schon immer ein schwieriges Problem. Zu diesem Zweck entschied sich Lauryn Benedict, Biologieprofessorin an der University of Northern Colorado, dafür, den traditionellen Weg tropischer Feldexpeditionen zu umgehen und richtete ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf Hauspapageien, die die menschliche Sprache gut imitieren können, in der Hoffnung, direkter zu erforschen, wie „Namen“ verwendet werden.

Benedict analysierte zusammen mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Christine Darling von der University of Pittsburgh in Johnstown und einem Team österreichischer Forscher Sprachaufzeichnungen von mehr als 880 in Gefangenschaft gehaltenen Papageien. Sie fanden heraus, dass viele Papageien in alltäglichen Interaktionen bestimmte Namen verwenden, um sich auf Menschen oder Tiere zu beziehen, ähnlich wie Menschen Namen verwenden, um Einzelpersonen zu identifizieren. Die Aufnahmen zeigen auch, dass die Papageien sich nicht nur mechanisch wiederholen, sondern diese „Namen“ flexibel in unerwarteten Situationen verwenden.

In der menschlichen Gesellschaft sind Eigennamen ein wichtiges Instrument zur Organisation komplexer sozialer Beziehungen und ermöglichen es uns, eine bestimmte Person schnell und genau anzusprechen. In der Tierwelt zeigen immer mehr Untersuchungen, dass einige Arten auch Stimmsignale ähnlich „Namensschildern“ verwenden, möglicherweise für ähnliche soziale Bedürfnisse. Darling wies jedoch darauf hin, dass es immer noch schwierig sei, diese Tiersignale einfach mit menschlichen Namen gleichzusetzen, da die Formen der Lautäußerungen von Tieren oft unterschiedlich seien und Forscher die dahinter stehenden subjektiven Absichten noch nicht vollständig verstehen könnten.

Papageien sind vor allem aufgrund ihrer einzigartigen akustischen Lernfähigkeit, die es ihnen ermöglicht, die menschliche Sprache nachzuahmen, einschließlich der Namen, die Menschen einander geben, ideale Studienobjekte. Benedicts Team stützte sich auf das Projekt „ManyParrots“, ein Forschungsnetzwerk, und sammelte umfangreiche Fragebogendaten und Audioproben, um das Sprachverhalten und die kognitive Leistung von Papageien in der häuslichen Umgebung systematisch zu analysieren.

Die Forscher überprüften die Fragebogendaten von insgesamt 889 Papageien und einer großen Anzahl von ihnen wurden von den Besitzern Situationsbeschreibungen beigefügt, um ihnen dabei zu helfen, den Zweck und Zweck des Papageiennamens zu bestimmen. Fast die Hälfte derjenigen, die den Fragebogen einreichten, gaben an, dass ihr Papagei ihn benennen könne. Von den 413 gesammelten Audioclips wurde festgestellt, dass es sich bei 88 um Papageien handelte, deren Namen bestimmte Personen oder Tiere kennzeichneten. Weitere Analysen ergaben, dass einige Papageien „Menschen“ nicht nur mit einem allgemeinen Namen bezeichneten, sondern sich eindeutig auf eine bestimmte Person bezogen.

Gleichzeitig ergab die Forschung auch, dass die Verwendung von Namen durch Papageien nicht ganz den menschlichen Gewohnheiten entspricht. Manche Vögel rufen wiederholt ihren eigenen Namen, um die Aufmerksamkeit ihres Besitzers zu erregen, anstatt sich auf andere zu beziehen. Es gibt auch Papageien, die Namen verwenden, um in Gesprächen mit Menschen zu interagieren. Selbst wenn die andere Person nicht anwesend ist, ruft sie dennoch ihren Namen und scheint über die „abwesende Person“ zu sprechen. Diese Phänomene legen nahe, dass Papageien nicht nur in der Lage sind, die Silben von Namen in Lautäußerungen genau nachzuahmen, sondern auch die Fähigkeit besitzen, Namen auf der kognitiven Ebene auf vielfältige Weise zu verwenden.

Die Unterschiede zwischen Arten und zwischen Individuen derselben Art sind jedoch nach wie vor erheblich und viele Schlüsselfragen müssen noch geklärt werden: In welchen Situationen ist es wahrscheinlicher, dass Papageien Namen verwenden? Verstehen sie, dass sich der Name auf ein stabiles und einzigartiges „Individuum“ bezieht? Welche Funktion hat dieses „Appell“-Verhalten in einem komplexen sozialen Gefüge? Die Forscher glauben, dass die aktuellen Ergebnisse eher ein Ausgangspunkt sind und zeigen, dass die Obergrenze der Tiersprache und des kognitiven Potenzials viel höher liegt als bei traditionellen Eindrücken.

Die Studie mit dem Titel „Name Use in Companion Parrots“ wurde am 17. April 2026 von Autoren wie Lauryn Benedict, Victoria Groys, Marissa Hescheler, Eva Reinisch und Christine R. Darling online veröffentlicht. Die Forschung wurde teilweise durch das Projekt „ANIML“ der Wiener Technologie- und Wissenschaftsstiftung gefördert. Der Geldgeber beteiligte sich nicht an bestimmten Aspekten wie Forschungsdesign, Datenanalyse oder Verfassen von Papieren.