Automobilingenieure arbeiten seit langem daran, die Steifigkeit des Fahrzeugchassis zu verbessern, da ein stärkeres Chassis in der Vergangenheit als Schlüssel zu verbessertem Handling, Effizienz und Sicherheit angesehen wurde. Doch die neueste Innovation von Honda stellt dieses jahrhundertealte Gesetz in Frage: Durch die Einführung eines flexiblen Fahrwerkskonzepts eröffnet es neue Möglichkeiten für die dynamische Leistung des Fahrzeugs.

Die Entwicklung des Automobilchassis in den letzten 100 Jahren lässt sich als kontinuierliches Streben nach Steifigkeitsverbesserungen beschreiben. Der frühe kastenförmige Rahmen entwickelte sich zu einem Leiterrahmen und wurde dann zu einer tragenden Struktur mit integrierter Karosserie und Fahrgestell mit zunehmend ausgeprägter Steifigkeit weiterentwickelt. Der traditionelle Zweck der Erhöhung der Steifigkeit besteht darin, drei grundlegende physikalische Belastungen zu bekämpfen: Eigengewicht (einschließlich Komponenten, Passagiere und Ladung), Torsion (Drehkraft des Motors) und Querbeschleunigung (Querkräfte, die durch Kurven und unebene Straßenoberflächen verursacht werden). Ziel der Ingenieure ist es, die Auswirkungen dieser Drücke auf die Verformung des Fahrgestells zu minimieren und die Reifen so flach wie möglich auf dem Boden zu halten, um vorhersehbares und stabiles Lenken, Handling und Bremsen zu gewährleisten.

Die Honda-Ingenieure stellten sich kühn vor: Können die oben genannten Ziele gleichermaßen oder sogar besser erreicht werden, wenn man auf „Erhöhung der Flexibilität“ setzt, anstatt die Fahrwerkssteifigkeit blind zu erhöhen? Ihre Antwort liegt in der Chassis-Plattform der neuen Generation: Durch die Gestaltung eines steuerbaren flexiblen Bereichs an der Vorderseite des Rahmens kann sich das Chassis bei Kurvenfahrten oder seitlichen Stößen auf der Straße entsprechend biegen und verformen, wodurch das äußere Vorderrad aktiver und fester auf den Boden gedrückt wird und man sich nicht mehr ausschließlich auf die Einstellung des Federungssystems verlassen muss. Dieses Design nutzt die überlegene Seitenfestigkeit moderner Reifen voll aus, erzielt einen technischen Durchbruch bei der seitlichen „Elastizität“ des Fahrgestells innerhalb der Sicherheitsgrenzen der Reifen und reduziert wirksam die seitliche Verformung, der das Aufhängungssystem standhalten muss.

Berichten zufolge wird diese neue flexible Fahrwerksplattform im Jahr 2027 erstmals in den Hauptmodellen von Honda zum Einsatz kommen, darunter Odyssey, Civic, Pilot, CR-V usw. sowie in einer Reihe kommender Elektromodelle. Der Gleichheitsgrad der Komponenten der Plattform beträgt bis zu 60 %, was den Einsatz teurer Materialien wie Aluminium reduziert, zur Reduzierung des Gesamtgewichts des Fahrzeugs beiträgt und die Herstellungskosten kontrolliert.

Darüber hinaus bringt die neue Fahrwerksstruktur viele zusätzliche Vorteile mit sich. Erstens kann es dem Fahrer über das Lenkrad eine direktere Rückmeldung über das Straßengefühl geben; Zweitens trägt es dazu bei, die Auswirkungen der Karosserieneigung auf den Fahrgastraum zu minimieren und so den Fahrkomfort erheblich zu verbessern. Drittens verbessert es die Laufruhe des gesamten Fahrzeugs weiter, indem es die Stöße unebener Straßenoberflächen flexibel absorbiert. Es ist erwähnenswert, dass Honda auch behauptet, dass diese Fahrwerksstruktur das häufige Problem des Untersteuerns (Kopfdrücken) bei Modellen mit Frontantrieb wirksam lösen kann.

Im Hinblick auf die Sicherheit wurde diese Innovation in das ACE-System (Advanced Compatibility Body Structure) der neuen Generation von Honda integriert und hat strenge Crashtests in Japan und den USA bestanden. Nach Angaben des Herstellers wird diese Struktur die Sicherheitsindikatoren von Bargeldplattformen bei weitem übertreffen. Das Fahrgestell wird außerdem mit der neuesten Pitch-Control-Technologie von Honda ausgestattet sein (z. B. dem Agile Handling Assist und dem Bewegungsmanagementsystem, das im Prelude und Accord eingeführt wird), um dem Fahrzeug ein höheres Maß an dynamischer Stabilitätskontrolle zu verleihen.