Künstliche Intelligenz hat bahnbrechende Fortschritte beim Verständnis menschlichen Verhaltens erzielt. Forscher der Texas A&M University haben kürzlich ein neues künstliches Intelligenzsystem namens „OmniPredict“ entwickelt. Das System hat beispiellose Fähigkeiten zum „Gedankenlesen“ bewiesen – es kann nicht nur menschliche Bewegungen erkennen, sondern durch die Interpretation visueller und umweltbedingter Hinweise auch die nächsten Absichten des Menschen in Echtzeit vorhersagen.

Dieses Forschungsergebnis markiert einen großen Sprung in der autonomen Fahrtechnologie von der „passiven Reaktion“ zur „aktiven Intuition“. Herkömmliche autonome Fahrsysteme können in der Regel nur den aktuellen Standort und die Bewegungsbahn von Fußgängern identifizieren, während OmniPredict die multimodale Large-Language-Model-Technologie (MLLM) einführt, die ihm menschenähnliche Denkfähigkeiten verleiht. Das System kann subtile Signale wie Veränderungen in der Körperhaltung des Fußgängers, Momente des Zögerns, der Körperausrichtung und sogar den Augendruck genau erfassen und daraus schließen, ob der Fußgänger sich darauf vorbereitet, die Straße zu überqueren, nur am Straßenrand wartet oder andere plötzliche Verhaltensweisen zeigt.
Das Forschungsteam wies darauf hin, dass der Hauptvorteil von OmniPredict darin besteht, dass es nicht mehr nur auf verschiedene Pixel „schaut“, sondern versucht, das „Warum“ hinter dem Verhalten zu verstehen. Durch die Analyse komplexer gemischter Eingabeinformationen kategorisiert das Modell menschliches Verhalten genau in Schlüsselkategorien wie Überqueren der Straße, Sichtbehinderung, bestimmte Aktionen und Blickrichtung. In Tests zeigte OmniPredict eine Vorhersagegenauigkeit von bis zu 67 %, ganze 10 Prozentpunkte höher als die fortschrittlichsten Modelle, die derzeit auf dem Markt sind. Noch beeindruckender ist, dass das System selbst in komplexen Szenarien, in denen Fußgänger teilweise verdeckt sind oder nur durch ihre Augen mit dem Fahrzeug interagieren, eine extrem hohe Urteilsstabilität beibehält.

Projektleiter Dr. Srikanth Saripalli sagte, dass OmniPredict der Maschine eine neue Art von „Street Smarts“ verleiht. Wenn selbstfahrende Autos genau wie menschliche Fahrer die Körpersprache von Passanten lesen und ihre nächsten Aktionen vorhersagen können, wird die Sicherheit im Straßenverkehr einen qualitativen Sprung machen. Neben dem Bereich des autonomen Fahrens soll diese Technologie, die Körpersprache und psychologischen Status interpretieren kann, künftig auch in Hochrisikoszenarien wie Militäreinsätzen und Notfallrettungen eine Schlüsselrolle spielen. Indem Maschinen „Intuition“ verliehen werden, wird sich das Modell der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit völlig verändern.
Zusammengestellt von /ScitechDaily