OpenAI hat heute offiziell Prism veröffentlicht, einen „KI-nativen“ Online-Arbeitsbereich, der speziell für wissenschaftliche Forscher entwickelt wurde. Es basiert auf dem neuesten GPT-5.2-Modell und zielt darauf ab, wissenschaftliche Schreib- und Kollaborationsprozesse zu vereinfachen. Laut OpenAI diskutieren derzeit etwa 1,3 Millionen Benutzer jede Woche schwierige wissenschaftliche Themen auf ChatGPT, und das Nachrichtenvolumen fortgeschrittener Benutzer in Naturwissenschaften und Mathematik beträgt etwa das 3,5-fache des Nachrichtenvolumens normaler Benutzer. Prism wurde ins Leben gerufen, um diese schnell wachsende Forschungsgemeinschaft gezielter zu bedienen.

Prism basiert auf Crixet, der Cloud-LaTeX-Plattform, die zuvor von OpenAI erworben wurde, und integriert mehrere Tools, die beim traditionellen Schreiben wissenschaftlicher Forschung hin und her gewechselt werden müssen – Texteditoren, PDFs, LaTeX-Compiler, Referenzverwaltungstools und Chat-Schnittstellen – in einen einheitlichen Cloud-Arbeitsbereich. Forscher können die LaTeX-Bearbeitung, das Schreiben und Rekonstruieren von Formeln, die Referenzverwaltung sowie die Illustrations- und Diagrammverarbeitung über dieselbe Schnittstelle durchführen und die Zusammenarbeit mehrerer Personen in Echtzeit unterstützen. Laut OpenAI ist Prism derzeit für Benutzer mit kostenlosen persönlichen ChatGPT-Konten verfügbar und wird in den kommenden Wochen in kostenpflichtigen Plänen wie ChatGPT Business, Team, Enterprise und Education verfügbar sein.
Was die spezifischen Fähigkeiten betrifft, integriert Prism das „Thinking“-Modell von GPT-5.2, das Forscher nutzen können, um Forschungsideen zu erkunden, Hypothesen zu testen und komplexe wissenschaftliche Fragen zu begründen und zu diskutieren. Benutzer können KI nicht nur zur Unterstützung beim Schreiben und Rekonstruieren von Formeln und zum Polieren von Absätzen nutzen, sondern das System auch beim Organisieren und Einfügen von Literaturreferenzen sowie bei der Verarbeitung von Diagrammen und Abbildungen in Aufsätzen unterstützen lassen. Prism unterstützt außerdem die automatische Konvertierung handgezeichneter Whiteboard-Skizzen in LaTeX-Darstellungen und bietet außerdem Sprachbearbeitungsfunktionen für einfache Vorgänge wie kleine Änderungen und Textersetzungen.
Als Tool für Forschungsteams verbessert Prism auch die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und unterstützt die Hinzufügung einer unbegrenzten Anzahl von Mitarbeitern. Alle Inhalte werden in der Cloud gespeichert und Forscher können Arbeitsbereiche einfach über Links teilen und mit Kollegen bearbeiten. OpenAI erklärte in seiner offiziellen Stellungnahme, dass KI den Softwareentwicklungsprozess im Jahr 2025 tiefgreifend verändert habe. Sie erwarten, dass auch der Bereich der wissenschaftlichen Forschung ab 2026 ähnliche Veränderungen einleiten wird: KI wird das Tempo wissenschaftlicher Entdeckungen beschleunigen, indem sie die „Reibungskosten“ in der täglichen Forschungsarbeit reduziert. Prism gilt als erster Schritt in Richtung dieser Vision und als wichtiger Versuch von OpenAI, hochmoderne große Modelle tief in den wissenschaftlichen Forschungs- und Produktionsprozess einzubetten.